08.03.2018

Tiroler Bauvorschau - Unternehmen scharren nach langem Winter in den Startlöchern

Der lange, schneereiche Winter bescherte der heimischen Bauwirtschaft so manche Herausforderung. Dennoch ist die Ausgangslage für die Branche durchaus positiv.
Bild Bauvorschau 2018
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Blicken der Bausaison optimistisch entgegen (v.l.): Anton Rieder, Landesinnungsmeister des Baugewerbes, Landesbaudirektor Robert Müller und Manfred Lechner, der Sprecher der Tiroler Bauindustrie.

Die aktuelle Tiroler Bauvorschau zeigt, dass sich der generelle Aufwärtstrend in der Bauwirtschaft auch 2018 fortsetzen wird. Das spiegelt sich beispielsweise im Tiroler Baubudget wider. „Während sich das Tiroler Baubudget im Jahr 2017 auf knapp 1,7 Milliarden Euro belief, wird für 2018 eine Steigerung von 5,4 Prozent auf 1,78 Milliarden prognostiziert. Ein Plus wird es voraussichtlich auch bei den klassischen bauwirksamen Leistungen − das sind direkt an Bauunternehmen zu vergebende Leistungen ohne z.B. Haus- und Anlagentechnik - geben. Diese werden von rund 1,3 Milliarden Euro im Jahr 2017 voraussichtlich auf rund 1,39 Milliarden Euro im Jahr 2017 steigen, was einem Plus von 6,4 Prozent entsprechen würden“, erklärt Manfred Lechner, Sprecher der Tiroler Bauindustrie.

Auch in den einzelnen Teilbereichen der heimischen Bauwirtschaft zeichnet sich eine überwiegend positive Entwicklung ab. Ein besonders ausgeprägtes Plus wird in den Bereichen Sanierung im Wohnbau (+18,1 Prozent), sonstiger Hochbau (+18,9 Prozent) und Verkehrswegebau (+15,9 Prozent) erwartet. Ein leichtes Plus von 1,8 Prozent wird im öffentlichen Wohnbau erwartet. Ein leichtes Minus zeichnet sich hingegen im Tunnelbau (-3,6 Prozent) und auch im sonstigen Tiefbau (-2,6 Prozent) ab.

Gute Ausgangslage nutzen
Alles in allem ist die aktuelle Situation in der Tiroler Bauwirtschaft also durchaus positiv, wie Anton Rieder, Innungsmeister des Tiroler Baugewerbes, unterstreicht: „Schon in den vergangenen drei Jahren hat es einen stetigen Aufwärtstrend gegeben. Die Ergebnisse der Bauvorschau lassen nun auch auf eine gute Bausaison 2018 hoffen. Diese günstige Ausgangslage sollte dazu genutzt werden, um an einer weiteren Verbesserung der baupolitischen Rahmenbedingungen zu arbeiten. Uns ist es vor allem ein Anliegen, Wohnbau in Tirol vernünftiger und leistbarer zu gestalten.“ Um das zu erreichen hat der Branchensprecher konkrete Vorschläge parat. Beispielsweise könnte eine Entrümpelung von unnötigen Normen und Vorschriften und eine vermehrte Nutzung von digitalen Verfahren dafür sorgen, dass im Wohnbau erhebliche Kosten eingespart werden können. Ein weiteres Rezept um die Wohnbaupreise am Boden zu halten, wäre es viel zu bauen und das Angebot zu erhöhen. Dass die Stadtgemeinde Innsbruck in diesem Zusammenhang Überlegungen anstellt in die andere Richtung zu gehen, sieht Rieder kritisch: „Es bleibt zu hoffen, dass der Wohnbau hier nicht zu stark eingebremst wird – denn das würde dem Wohnbaumarkt und der Bauwirtschaft nicht guttun.“

Verdichtete Bauweise und Baulandmobilisierung
Handlungsbedarf sieht Rieder auch beim Thema Flächenverbrauch: „Die einzige Lösung um den Grund und Boden in Tirol besser zu nutzen, ist es, mehr in die Höhe zu bauen. Leider gibt es dafür in vielen Gemeindestuben nicht das notwendige Verständnis. Hier ist die Landesraumordnung gefordert, die Gemeinden in die Pflicht zu nehmen, damit es zu einem verantwortungsvolleren Umgang mit Bauland kommt.“

Bauvorhaben im Land
Im Zuge der Bauvorschau gibt Landesbaudirektor Robert Müller einen Ausblick auf laufende und anstehende Bauvorhaben im Land Tirol – dabei stehen größere Vorhaben wie das letzte Baulos des Brenner-Basistunnels und die Projektierung von Fernpass-Scheiteltunnels ebenso am Programm wie der Ausbau des Radwegenetzes. Ein großes Anliegen ist Müller aber vor allem der Ausbau des Hochwasserschutzes im Unterland: „Hier sind Vorarbeiten seitens des Landes geleistet und die Finanzierung ist gesichert. Jetzt liegt der Ball bei den betroffenen Gemeinden. Es muss endlich ein Wasserverband zustande gebracht werden, der diese wichtigen Projekte als Bauherr bei der Behörde einreicht. Erst dann kann mit dem Bau begonnen werden“, plädiert Müller für die Forcierung des Projekts, das im Tiefbau ein Bauvolumen von weit mehr als 200 Millionen Euro auslösen würde.


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