10.01.2019

Ehrliche Lösungen erfordern den Blick aufs Ganze!

WK-Präsident Christoph Walser fordert mehr Sachlichkeit. Für Bezirksobmann Anton Prantauer sind 2019 Themen wie der permanente Fachkräftemangel sowie die Seilbahnen als Motor des Bezirks vorrangig.
Neujahrsempfang Landeck 2019
Neujahrsempfang Landeck 2019
WK-Präsident Christoph Walser, Direktorin Evelyn Geiger-Anker, Bezirksobmann Anton Prantauer und Bezirksstellenleiter Otmar Ladner (v.l.).

In der öffentlichen Debatte werden zentrale Herausforderungen für Tirol häufig nur sehr kurzsichtig betrachtet. Die Folge: Einseitige Blickwinkel und fehlende Perspektive führen zu falschen Schlüssen. Präsident Christoph Walser ist es ein Anliegen, gemeinsam mit allen Beteiligten, Themen gerade zu rücken, die in der öffentlichen Debatte unsachlich diskutiert werden und daher eine Schieflage haben. „Vom Verkehr über den Tourismus bis hin zu einem ausgewogenen Verhältnis zwischen Ökonomie und Ökologie - nur wer die ganze Realität überblickt, schafft ehrliche Lösungen, die für alle gut sind“, erklärt Walser.

Gerade beim heiß diskutierten Thema Verkehr fehlt Walser die gebotene Sachlichkeit. Es ist praktisch, auf den Lkw-Verkehr zu schimpfen. Dabei wird häufig ausgeblendet, dass ein großer Teil der Transporte der Versorgung der Tirolerinnen und Tiroler dient. Und dass es auch andere Verursacher gibt - wie Pkw-Verkehr oder Hausbrand. „Wenn die Politik wirklich die Luftqualität verbessern will, dann muss sie ehrlich diskutieren und alle Verursacher im Auge haben“, fordert der Präsident.

Auch die aktuelle Tourismusdebatte im Land hat eine negative Schlagseite. Tirol und Tourismus - das ist eine Erfolgsgeschichte. Nur ein florierender Tourismus hält Tirol bis in die kleinsten Seitentäler lebendig und bringt Arbeit und Wohlstand vor Ort. „Daher gilt es, statt bloß dagegen zu sein, die goldene Mitte zu finden. Dafür braucht es das Zutun beider Seiten - auch der Touristiker selbst. Denn: Kein Tourismus ohne Tourismusgesinnung“, erklärt Walser.

„Diese Ehrlichkeit und Offenheit brauchen wir auch bei den anderen großen Zukunftsthemen im Land“, wünscht sich Walser für 2019, „gute Lösungen lassen sich nicht mit Populismus und Patentrezepten erzielen, sondern brauchen den Mut, der ganzen Wahrheit ins Auge zu blicken.“

Bergbahnen als Motor

Aktuell leben im Bezirk Landeck 44.387 Menschen, es gibt über 17.770 Arbeitsplätze und die jährliche Wirtschaftsleistung umfasst 800 Millionen Euro. Anhand dieser Zahlen erkennt man deutlich: „Wo es eine wirtschaftlich gesunde Bergbahn gibt, entwickelt sich auch eine aufstrebende Region“, ist WK-Bezirksobmann Anton Prantauer überzeugt. Die vor Kurzem vom Bundesverwaltungsgericht gekippte Genehmigung der Liftverbindung Kappl-St.Anton kritisiert er deshalb scharf: „Aus meiner Sicht ist diese Entscheidung absolut unverständlich. Die Bergbahnen sind wichtige Auftraggeber, verlässliche Arbeitgeber und Abnehmer von regionalen Produkten zugleich.“ Zudem unterstreicht er die Bedeutung der Branche für das ganze Land: „Diese geht weit über Wertschöpfung und die Attraktivität des heimischen Tourismus hinaus. Die Seilbahnen sind der wesentliche Wohlstandsfaktor und oft ebenso der Motor für Innovation.“

Wenn alle Seilbahnunternehmen des Bezirks zusperren, dann würden 39 Prozent der Wertschöpfung entfallen, sofern man fehlende Einnahmen der Seilbahnen, Zimmervermieter, Gastronomie, Skischulen und Sportartikelhändler zusammenfasst. Doch Prantauer rechnet noch einen Schritt weiter: „Wenn man auch alle Vorleisterbetriebe wie Lebensmittelherstellung, Baubranche, Energiebereich etc. hinzurechnet, dann würden am Ende des Tages 80 Prozent der Arbeitsplätze sowie zwei Drittel der gesamten Wertschöpfung ausbleiben. In der Bevölkerung fehlt allerdings oft das Verständnis für die Leistungen des Tourismus. „Viele erkennen nicht, dass tausende Arbeitsplätze auch abseits der Seilbahnen und Hotels direkt vom Tourismus abhängen. Dieses Bewusstsein muss mehr geschärft werden“, appelliert Prantauer.

Bezirk schreit nach Fachkräften

Quer über alle Branchen hinweg dominiert ein Thema: der Fachkräftemangel. Auch der Bezirk Landeck kämpft mit fehlenden Saisonkontingenten, denn qualifizierte Mitarbeiter sind rar. Passende Angestellte zu finden, gleicht immer mehr der sprichwörtlichen Suche nach der Nadel im Heuhaufen. „Fehlende Köche und Kellner sind in unserem Bezirk schon lange Zeit ein nicht mehr wegdiskutierbares Thema. Doch wir brauchen nicht nur im Tourismus, sondern auch im Handel oder etwa in den Skischulen zahlreiche Mitarbeiter“, betont Bezirksobmann Anton Prantauer vehement. Dass die Mangelberufsliste von 27 auf 45 Berufe aufgestockt und zudem regionalisiert wurde, war höchste Zeit, aber dennoch nur der erste Schritt in die richtige Richtung. „Das reicht nicht aus, um alle notwendigen Stellen zu besetzen. Mitarbeiter aus Drittstaaten sind eine dringende Maßnahme zur künftigen Sicherung der Leistungsfähigkeit aller Betriebe. Skischulen brauchen beispielsweise aufgrund der steigenden Besucheranzahl aus Russland, auch ausgebildete Lehrer, die dieser Sprache mächtig sind. Geeignete Fachkräfte aus Drittstaaten wären die optimale Lösung, doch für den tourismusstärksten Bezirk Österreichs stehen derzeit nur 54 Plätze zur Verfügung. Das ist schlichtweg zu wenig“, bemängelt Prantauer und ruft dazu auf, dringend eine Lösung für das anhaltende Problem zu finden.

Innovative Geschäftsideen gesucht

Zur Sicherung der Standortattraktivität und Revitalisierung der Region hat die WK Bezirksstelle Landeck in Zusammenarbeit mit dem Standortzentrum Landeck (SLZ) ein Projekt ins Leben gerufen, um Gründer in ihrer Startphase zu unterstützen. „Zukunft Unternehmertum Bezirk Landeck“ integriert Jungunternehmer von Beginn an in ein Netzwerk für erste wichtige Kontakte zu Finanz- und Kooperationspartnern. In drei Phasen werden die besten eingereichten Businesspläne ermittelt, mit attraktiven Sach- und Geldpreisen belohnt und anschließend in der Umsetzung unterstützt.

„Innovative Ideen und daraus resultierende neue Unternehmen sind wichtig für den Standort, denn sie schaffen Arbeitsplätze und erhöhen so die Lebensqualität der gesamten Region“, weiß Bezirksobmann Anton Prantauer. Doch in zahlreichen Gemeinden des Tiroler Oberlandes stößt man insbesondere in Ortskernlagen vermehrt auf Leerstände und einen geringen Branchenmix. Auch die Gründerzahlen im ländlichen Raum sind im Vergleich zu Ballungszentren deutlich geringer.

Die Anforderungen an Jungunternehmer bzw. Neugründer eines Unternehmens sind enorm vielfältig. Von der Finanzierung bis zur Kalkulation, von der Akquise bis zur Suche nach geeigneten Räumlichkeiten. Dies spiegelt sich in der Statistik wider: Nur ein Bruchteil aller Gründer mit einer innovativen und zukunftsorientierten Idee verwirklicht sein Vorhaben in die Tat um. Genau an diesem Punkt setzte das Projekt künftig ein.

Kontakt

Tiroler Wirtschaftskammer
Bezirksstelle Landeck
Mag. Otmar Ladner
T 05 90 90 5-3416
E otmar.ladner@wktirol.at

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