16.05.2019

IT-Day-Tirol - Blockchain: Wohin geht die Reise?

Die Fachgruppe UBIT lud zu einer Erfolgsbilanz der Tiroler IT-Unternehmen ein – hochkarätige Vorträge u.a. mit Prof. Rudolf Bayer - und Workshops zum Thema: Blockchain – Wohin geht die Reise?
IT-Day
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Sybille Regensberger, Obfrau der Fachgruppe UBIT (Unternehmensberatung, Buchhaltung und Informationstechnologie) Tirol und Alfred Gunsch (r.) Berufsgruppensprecher IT der Tiroler Wirtschaftskammer.

Der Tiroler IT-Day wurde heuer neu ausgerichtet mit dem Schwerpunkt Erfolgsbilanz der UBIT, Erfolgsgeschichten Tiroler IT-Unternehmen ergänzt mit hochkarätigen Vorträgen. "Digitalisierung und Blockchain sind allseits beherrschende Themen. Sie verändern unsere Welt und die Aufgabenfelder unserer Mitglieder nachhaltig. Daher ist es für uns als Fachgruppe wichtig mit solchen Fortbildungsveranstaltungen wichtige Hilfestellungen zu leisten“, meint die mit dem Besuch sehr zufriedene Obfrau Sybille Regensberger.
Die Fachgruppe UBIT gehört mit über 4.000 Mitgliedern zu den größten und dynamischsten Fachgruppen der Wirtschaftskammer. Die Berufsgruppe IT ist in Tirol zu einem wichtigen Standortfaktor geworden. Tirol muss keinen internationalen Vergleich scheuen, dafür sorgen die vielen Tiroler IT Unternehmen. In einer Erfolgsbilanz präsentierte der Berufsgruppensprecher Alfred Gunsch die Höhepunkte der vergangenen Monate wie die Cyber Security Hotline, die Sommerakademie für die Jugend- und Nachwuchsarbeit, die Teilnahme an vielen Veranstaltungen sowie die Serviceangebote der Berufsgruppe. „Wir leben in einer spannenden Zeit: Alle unsere Kunden sind momentan dabei, ihre Tätigkeiten zu digitalisieren. In einer digitalisierten Welt kommt fast kein Alltagsbereich mehr ohne unsere Leistungen und Unterstützung aus. Und die liefern wir, die IT-Fachleute. Damit das gut funktioniert, muss die Tiroler IT sich gut aufstellen" stellt Alfred Gunsch, CDC, Berufsgruppensprecher der IT in der UBIT Tirol fest.

Erstmals wurde bei einem Tiroler IT-Day ein Bogen von den Leistungen der Tiroler Unternehmen und der Unterstützung der Wirtschaftskammer Tirol gespannt. Wie Tiroler Unternehmen es geschafft haben auch international erfolgreich am Markt zu sein, haben zwei Unternehmen live vor Ort präsentiert. „Wir wollen mit Tiroler Erfolgsgeschichten Mut machen. Zum einen geht es darum, was können wir von den Erfolgen anderer lernen und zum anderen aufzeigen, wie die Veränderungen am Markt stattfinden. Unsere Fachgruppe UBIT kann hervorragend mit diesen Veränderungen leben und auf die Anforderungen des Marktes eingehen“ so Obfrau Sybille Regensberger.

In seinen Grußworten betonte der Tiroler Wirtschaftskammerpräsident Christoph Walser die Bedeutung der UBIT für die Tiroler Wirtschaft. „Es ist sehr erfreulich, das viele Mitglieder die Angebote der Wirtschaftskammer nützen und solche Fortbildungstage nutzen. Die Herausforderungen der Digitalisierung werden wir nur gemeinsam bewältigen können", führte Präsident Christoph Walser aus.

Tiroler Erfolgsgeschichten

Eine Erfolgsgeschichte aus Tirol ist das Unternehmen „easybooking“. Hendrik Maat hat 2006 in einem Kundengespräch vom Bedarf einer einfachen Buchungslösung erfahren und gründete easybooking als Antwort dazu. Heute zählt easybooking zu den erfolgreichsten Digitalisierungsunternehmen im Tourismus und erlangte vor kurzem Platz 6 der wachstumsstärksten Unternehmen in Österreich. „Veränderung verunsichert – das verstehen wir. Mit der Digitalisierung ändern sich nicht nur technologische Rahmenbedingungen sondern auch die Ansprüche. Und als Anbieter wird es immer schwieriger darauf zu reagieren. Wir haben Lösungen entwickelt, um unsere Kunden dabei bestmöglich zu unterstützen“, so Hendrik Maat in seinem Vortrag.

Wie wird ein kleines Unternehmen aus dem Tiroler Unterland Teil eines deutschen Konzerns? „Going soft“ ist auf die Entwicklung von professionellen WLAN-Kommunikations- und Informationslösungen spezialisiert und hat sich zu einem führenden Technologieanbieter etabliert. Seit Anfang des Jahres ist „Going-soft“ Teil der deutschen Telekom und wird als eigenständige Tochterfirma weitergeführt. „Diese neue Unternehmenskonstellation soll helfen, die Digitalisierung des Mittelstandes, insbesondere der Hotel- und Tourismusbranche, weiter zu entwickeln“, führte Gründer und Geschäftsführer Stefan Seiwald aus.

Hochkarätige Vorträge und Workshops

Hauptvortragender Prof. Rudolf Bayer führte aus, wie die Revolution Blockchain unsere Welt binnen kürzester Zeit verändern wird. Er hat den B-Tree erfunden, ohne den es viele aktuelle Technologien nicht gebe. Derzeit beschäftigt er sich intensiv mit Blockchain-Technologien und hat das Verfahren C-chain entwickelt. Sein Thema aktuell war: Blockchain - aber bitte klimaneutral mit C-Chain! Blockchain ist unbestreitbar eine geniale Erfindung. Die Blockchain-Technologie macht es möglich, digitale Informationen zu verteilen, ohne dass diese kopiert werden können und bildet damit das Rückgrat einer neuen Art des Internets. Die Blockchain ist durch folgende Eigenschaften gekennzeichnet: Dezentralität, Vertrauen, Anonymität, Transparenz und Manipulationssicherheit (CICC – Correct, Immutable, Complete, Checkable). Bei der Blockchain-Technologie müssen alle Ketten diese CICC-Eigenschaften besitzen. Bildlich formuliert ist eine Blockchain wie eine Art Transaktionsbuch. Informationen, die auf einer Blockchain gespeichert sind, existieren als gemeinsam genutzte – und kontinuierlich abgeglichene – Datenbank. Die Blockchain-Datenbank wird nicht an einem einzigen Ort gespeichert, d.h. die Aufzeichnungen sind in der Tat öffentlich und somit leicht nachprüfbar. Es gibt keine zentralisierte Version dieser Informationen, die ein Hacker manipulieren könnte. Die Daten werden von Millionen von Computern gleichzeitig gehostet und jeder Internetnutzer kann darauf zugreifen. Zurzeit nutzen schon viele Branchen die Technologie - wie der Bankensektor für internationale Überweisungen oder Aktienhandel, die Maschinenindustrie mit Roboter „pay per use“-Lösungen, vorausschauende und präventive Wartung von teuren Maschinen wie z.B. bei Schiffen, in der Logistikbranche zur sicheren Verfolgung von Lieferungen, oder die Automobilindustrie bei Fragen von autonomen Fahrzeugen oder Car sharing. „Die Vorteile der Blockchain sind unter anderem die geringen Transaktionskosten durch den Wegfall dritter Parteien, die hohe Datenqualität und die vielen Anwendungsmöglichkeiten. Nachteile sind die unklare Gesetzesgrundlage oder auch der hohe Ressourcenverbrauch“ so Prof. Rudolf Bayer in seinem Vortrag.

Der IT-Day-Tirol 2019 wurde am Nachmittag mit Praxisworkshops zu Themen wie Digitale Identität – Das sensibelste Puzzlestück der Digitalisierung mit Ing. Daniel E. Gosterxeier oder Exportchancen und How-to für die Tiroler IT-Wirtschaft, mit Gregor Leitner und Alfred Gunsch fortgesetzt.

Kontakt

Tiroler Wirtschaftskammer
Sparte Information und Consulting
Dr. Reinhard Helweg
T 05 90 90 5-1242
E reinhard.helweg@wktirol.at

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Sybille Regensberger, Obfrau der Fachgruppe UBIT (Unternehmensberatung, Buchhaltung und Informationstechnologie) Tirol und Alfred Gunsch (r.) Berufsgruppensprecher IT der Tiroler Wirtschaftskammer.

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Das Highlight des IT-Days auf der Villa Blanka war Rudolf Bayer, emeritierter Professor für Informatik an der TU München.