Meldung vom 12.09.2019

Open Banking: Novellierte Zahlungsdienstrichtlinie ab 14. September in Kraft

EU-Richtlinie eröffnet Banken neue Geschäftsfelder, Finanzdienstleister agieren als optimale Schnittstelle.

Was unter dem sperrigen Begriff EU Zahlungsdienste-Richtlinie PSD 2 (Payment Service Directive) Mitte September in Kraft tritt eröffnet den Banken ungeahnte Möglichkeiten. Für die Finanzdienstleister in der Tiroler Wirtschaftskammer kann Open Banking nur durch einen verlässlichen Partner optimiert werden.

„Open Banking bietet Finanzdienstleistern die Möglichkeit, nicht nur über Produkte und Prozesse innovativ zu sein. Mittels Open Banking kann das eigene Geschäftsmodell zudem durch neue Partner und Finanz-Ökosysteme erweitert und so optimiert werden. Denn Open Banking ist weit mehr als Payment Services Directive (PSD2)“, erklärt Michael Posselt, Fachgruppenobmann der Finanzdienstleister in der Tiroler Wirtschaftskammer. Bislang kennen Kunden im Zusammenhang mit der neuen Richtlinie im besten Fall die neuen, harten Kundenidentifikationsverfahren. Diese sollen das Bezahlen im Internet zwar sicherer machen, sind auf den ersten Blick aber vor allem eines: umständlich und mit teilweise erheblichem Umstellungsaufwand verbunden.

Maximal unbeachtet und unkommentiert bleibt aber, was alles tatsächlich hinter den Neuerungen steckt. Die neue Richtlinie soll mehr Bequemlichkeit und Möglichkeiten für den Kunden schaffen sowie neue digitale Geschäftsfelder eröffnen. Die Bank, respektive das Bankkonto, wird zum persönlichen Assistenten in Geldangelegenheiten. Es sucht nach günstigeren Anbietern für Strom oder Internet, schlägt ein Lokal fürs Abendessen oder den Business-Lunch vor und reserviert auch gleich einen Tisch oder ordert das Taxi dorthin – und begleicht - wenn sie wollen - auch gleich die Rechnungen. Sollte das Geld einmal knapp werden, oder eine größere Anschaffung anstehen, so wird der Kreditantrag umgehend gestellt und bewilligt – oder abgelehnt. Die Smartphone App zeigt es sofort an. Das alles kann die Hausbank natürlich nicht alleine anbieten. Basis ist eine Schnittstelle über die die Bank – natürlich nur auf Kundenwunsch bzw. mit dessen Zustimmung – Kontodaten und -bewegungen für Drittanbieter zugänglich macht, die daraus individuelle, auf die Person zugeschnittene, Angebote basteln.

„Doch nicht alles was auf den ersten Blick so phantastisch klingt, ist auch gut für den Kunden“, so Michael Posselt, Obmann der Finanzdienstleister in der Tiroler Wirtschaftskammer. „Schon heute geben wir über Kundenkarten und im Internet allzu leicht sehr viel von uns preis. Die Folgen daraus sind aber nicht nur maßgeschneiderte Angebote, sonder auch ein oft übermäßiger Konsum derselben, was zu Zahlungsschwierigkeiten, der Aufnahme von Konsumkrediten bis hin zur Überschuldung führen kann“, so Posselt. Aber auch für die Bank- und Geldgeschäfte an sich ortet Posselt Gefahren. „Geldgeschäfte sind immer eine große Vertrauenssache und hier spielt das Gefühl und der persönliche Kontakt eine entscheidende Rolle. Auch wenn es einmal nicht so läuft, ist man gut beraten, wenn man einen persönlichen Ansprechpartner hat, so der Finanzberater. In diesem Sinne sollte man sich immer sehr genau überlegen, wem man seine Daten anvertraut und ob man diese auch zur Weitergabe an Dritte freigibt.“

Kontakt

Tiroler Wirtschaftskammer
Sparte Information und Consulting
Michael Huber
T 05 90 90 5-1281
E michael.huber@wktirol.at

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