Gewerbe & Handwerk fordert sichere Öffnung Angespannte Lage im Gewerbe & Handwerk. Öffnungstermin muss halten. Betriebe verfügen über lückenlose Sicherheitskonzepte. Corona-Hilfen der Realität anpassen. Viele Konsumenten meinen, der Lockdown gehe ohnehin am Gewerbe & Handwerk vorbei, weil die Betriebe immer da sind, wenn Not am Mann ist. Wenn der Wasserhahn tropft, die Gastherme streikt oder der Hausschlüssel nicht mehr sperrt, können sich die Kundinnen und Kunden auf ihre Gewerbe- und Handwerksbetriebe verlassen. Doch der Schein trügt - die Situation für die heimischen Firmen ist mehr als angespannt. Am härtesten sind die körpernahen Dienstleister betroffen – sie müssen geschlossen halten. „Die Regierung muss den angekündigten Öffnungstermin halten“, steht für Spartenobmann Franz Jirka außer Frage. „Die Zahlen belegen deutlich, dass Gewerbebetriebe praktisch keine Rolle im Infektionsgeschehen spielen. FFP2-Maskenpflicht und Präventionskonzepte gewährleisten sichere Geschäftsöffnungen“, betont Jirka. Eine Verlängerung des Lockdowns wäre für Jirka daher unverhältnismäßig: „Viel effektiver als ohnehin sichere Betriebe geschlossen zu halten, wäre es, wenn die öffentliche Hand ihre Hausaufgaben macht“, erklärt Jirka, „durch die faktische Kapitulation beim Contact Tracing werden Infektionsketten nicht mehr unterbrochen. Das lässt sich durch keinen noch so langen Lockdown kompensieren.“ Auch die Tatsache, dass sich in Quarantäne geschickte Mitarbeiter derzeit „aus Kapazitätsgründen“ nicht mehr nach fünf Tagen freitesten können, ist für Jirka angesichts des massiven Fachkräftemangels inakzeptabel. „Wenn Mitarbeiter länger und vor allem ungeplant fehlen als unbedingt erforderlich, kommen Betriebe unnötig in größte Schwierigkeiten. Hier muss der Staat seiner Verantwortung nachkommen“, fordert Jirka. Die heimischen Gewerbe- und Handwerksbetriebe haben ohnehin bereits an mehreren Fronten zu kämpfen: Viele Unternehmen betreiben parallel Handelsgeschäfte – auch diese sind jedoch aufgrund des Lockdowns untersagt. Da hilft auch die Ausnahme für Beratungsdienstleistungen wenig, da diese nur einen kleinen Teil des üblichen Umsatzes abdecken. Dazu kommt, dass die Firmen mit massiven Lieferschwierigkeiten bei Rohstoffen und enormen Preissteigerungen kämpfen, die sie nur zum Teil an ihre Kunden weitergeben können. „In Summe gibt das eine brisante Mischung für unsere Gewerbetreibenden und unsere Handwerker, was jedoch von außen kaum sichtbar ist“, erklärt Spartenobmann Franz Jirka. Zahlreiche Firmen bleiben zudem knapp unter den geforderten 40 Prozent Umsatzrückgang. Das schließt sie von Hilfsgeldern aus. „Ausgerechnet jene, die allen Schwierigkeiten zum Trotz durcharbeiten und die kritische Infrastruktur am Laufen halten, fallen hier durch den Rost“, betont Jirka. Der Spartenobmann fordert daher, den für die Inanspruchnahme einer Unterstützungsleistung erforderlichen Umsatzrückgang zumindest auf 30 Prozent zu senken.