Industrieobmann Wex: „Es braucht ein starkes Signal für den Standort“ Beim Industrietag 2025 wurde eine entschlossene Standortpolitik eingefordert - denn Energiepreise, Bürokratie und Arbeitskosten bedrohen die Wettbewerbsfähigkeit. Die rund 450 Tiroler Industrieunternehmen in Tirol sind starke Stützen der regionalen Wertschöpfung. Doch der Druck auf den Produktionsstandort steigt. Der diesjährige Industrietag der Sparte Industrie verdeutlichte, wie ernst die Lage ist. Spartenobmann Karlheinz Wex sprach Klartext: „Wir brauchen dringend ein starkes politisches Signal, dass die Industrie in Tirol auch morgen noch Zukunft hat.“ Wex kritisierte die Energiepolitik als eine der Ursachen für die aktuelle Rezession: „Hohe Strom- und Netzkosten sowie ineffiziente Strukturen hemmen jede positive Entwicklung.“ Dazu komme ein Anstieg der Lohnstückkosten um fast 10 %, was Österreich im EU-Vergleich zurückwirft. „Die hohe Inflation und überzogene Lohnabschlüsse beschleunigen diese Entwicklung.“ Dennoch sieht Wex auch Lichtblicke: Der rasche Abschluss des Metall-Kollektivvertrags sei ein Zeichen, dass die Sozialpartnerschaft funktioniere. Besonders positiv hob er die Einführung der digitalen Verfahrensplattform in Tirol hervor – ein erster Schritt zu mehr Effizienz und weniger Bürokratie. Landesrat Mario Gerber sicherte in seiner Grußbotschaft die Unterstützung des Landes Tirol zu. Man wolle alle Hebel in Bewegung setzen, um Genehmigungsverfahren zu beschleunigen und unnötige Doppelstrukturen abzubauen. Einen übergeordneten Blick auf die wirtschaftlichen Herausforderungen warf Monika Köppl-Turyna (ECO Austria) in ihrer Keynote. Sie mahnte Reformen beim Pensionssystem und Arbeitsmarkt an und forderte gezielte Zuwanderung, um dem Fachkräftemangel zu begegnen. „Die Herausforderungen sind vielfältig, aber zu meistern, wenn rasch der richtige Weg eingeschlagen wird. Die Industrie kann ihren Beitrag leisten – aber wir brauchen dafür einen Staat, der sie nicht ausbremst“, so Wex abschließend.