Neujahrsempfang der Wirtschaftskammer-Bezirksstelle Imst stellt zentrale Standortfragen in den Fokus Im Zuge des Neujahrsempfanges der Wirtschaftskammer-Bezirksstelle Imst standen aktuelle Entwicklungen und zentrale Standortfragen des Bezirks im Mittelpunkt. Thematisiert wurden die wirtschaftliche Lage der Betriebe, die Stärkung von Innenstädten und Dorfkernen, der Ausbau erneuerbarer Energie durch Wasserkraft sowie die Bedeutung einer leistungsfähigen Verkehrsinfrastruktur. Die angesprochenen Themen spiegeln zentrale Herausforderungen und Chancen für den Wirtschaftsstandort Imst wider. Tiroler Wirtschaft stabilisiert sich – Ausblick bleibt vorsichtig Beim Neujahrsempfang der Wirtschaftskammer Tirol sprach Präsidentin Barbara Thaler über die aktuelle wirtschaftliche Lage und den Ausblick für 2026. Die jüngsten Konjunkturdaten zeigen, dass sich die Tiroler Wirtschaft im Winter 2025/26 gegenüber dem Vorjahr spürbar stabilisiert hat. Der ausgeprägte Pessimismus des Winters 2024/25 ist zurückgegangen, die Stimmung hat sich aufgehellt – wenn auch weiterhin vorsichtig. „Die Tiroler Wirtschaft hat wieder Boden unter den Füßen – aber sie läuft noch vorsichtig“, betonte Thaler. Stabilisierend wirkt vor allem der Tourismus mit einem Geschäftsklimawert von rund 36 Prozentpunkten. Auch Handel sowie Information & Consulting verzeichnen deutliche Verbesserungen. Die Erholung verläuft jedoch unterschiedlich: Die Bauwirtschaft bleibt trotz Fortschritten weiterhin die einzige Branche im negativen Bereich. Auch die Industrie hat weiterhin mit hohen Arbeitskosten und internationalem Wettbewerbsdruck zu kämpfen. Viele Betriebe berichten von gut gefüllten Auftragsbüchern, blicken angesichts internationaler Unsicherheiten jedoch zurückhaltend auf die kommenden Monate. Als größte Belastungen nennen die Unternehmen weiterhin hohe Arbeitskosten, Bürokratie sowie Steuern und Abgaben. Unter der Voraussetzung stabiler geopolitischer Rahmenbedingungen erwartet die Wirtschaftskammer Tirol für 2026 ein reales Wirtschaftswachstum von rund 1,5 %. „Das momentane, kleine Pflänzchen an Wirtschaftswachstum braucht jetzt die richtigen Rahmenbedingungen, um weiter wachsen zu können“, betonte Thaler. Bürokratieabbau, die Senkung der Lohnnebenkosten und ein investitionsfreundliches Umfeld seien dafür entscheidend. „Wer nachhaltiges Wachstum will, muss den Betrieben Luft zum Atmen geben.“ Rahmenbedingungen für Investitionen und regionale Entwicklung Die wirtschaftliche Situation im Bezirk Imst ist von großen Unterschieden zwischen den Branchen geprägt. Während einzelne Bereiche aktuell stark unter Druck stehen, stabilisiert insbesondere der Tourismus die regionale Wirtschaft. Damit diese Stabilisierung nachhaltig wirkt, braucht es investitionsfreundliche Rahmenbedingungen und Planungssicherheit für die Betriebe. Zentrale Hebel dafür sind beschleunigte Bewilligungsverfahren, klare politische Vorgaben und verlässliche Kommunikation. Betriebserweiterungen, Erschließungen und Investitionen dürfen nicht an langwierigen oder schwer kalkulierbaren Verfahren scheitern. Eine funktionierende Wirtschaft ist dabei nicht nur Grundlage für Beschäftigung und regionale Wertschöpfung, sondern auch entscheidend für die finanzielle Stabilität von Gemeinden und öffentlichen Haushalten. Akzeptanz in der Bevölkerung spielt ebenfalls eine zentrale Rolle. Wirtschaftliche Wertschöpfung entscheidet maßgeblich über Wohlstand, Lebensqualität und die Zukunftsfähigkeit der Region. Innenstädte und Dorfkerne als wirtschaftliches Potenzial Die Innenstädte und Dorfkerne im Bezirk Imst verfügen über ein solides wirtschaftliches Grundpotenzial. Eine im Herbst 2025 durchgeführte Frequenzmessung zeigt, dass die Innenstadt von Imst vor allem über die Wochentage hinweg mit einer ausgewogenen Frequentierung punkten kann. Diese Stabilität ist vor allem auf die Multifunktionalität des Stadtkerns zurückzuführen – mit Handel, Dienstleistungen, Behörden, Gastronomie und Wohnen. Besonders deutlich wird das Potenzial bei Veranstaltungen: Beim Krampusumzug Ende November wurde eine Tagesfrequenz von über 13.700 Besucher:innen gemessen. Auch in der Adventzeit sorgten weihnachtliche Aktivitäten für spürbare Frequenzsteigerungen. Diese Ergebnisse unterstreichen, dass gezielte Events und professionelles Stadt- und Ortskernmarketing Besucher mobilisieren und zusätzliche Wertschöpfung ermöglichen. Wesentlich sind dabei Kooperationen regionaler Akteure, die Verbindung von digitaler Sichtbarkeit und regionalen Angeboten sowie klare politische Rahmenbedingungen, die Betrieben Planungssicherheit geben. Innenstadt und Peripherie sollen dabei nicht gegeneinander ausgespielt, sondern gemeinsam gedacht werden. Bezirksobmann Huber dazu: „Wir haben mit der Frequenzmessung gemerkt, dass, entgegen der Wahrnehmung der heimischen Bevölkerung, in der Innenstadt ein solides Grundrauschen und damit nutzbares Potenzial vorhanden ist. Aber es braucht nun auch klare Vorgaben seitens der Politik, die langfristig gültig sind, um Planungssicherheit für die Innenstadtbetriebe zu haben.“ Infrastruktur und Energie als Basis für den Wirtschaftsstandort Eine leistungsfähige Verkehrsinfrastruktur und eine sichere Energieversorgung sind zentrale Voraussetzungen für den Wirtschaftsstandort Imst. Laufende und geplante Maßnahmen wie Sanierungen an Autobahnabschnitten im Oberland, Arbeiten am Arlbergtunnel, die Renovierung der Pitztalbrücke sowie verkehrssichernde Maßnahmen auf der B179 stärken langfristig Mobilität, Lieferketten und touristische Erreichbarkeit. Auch wenn Bauarbeiten kurzfristig zu Einschränkungen führen, sind sie notwendig, um den Wirtschaftsstandort zukunftsfit zu machen. Gleichzeitig bekennt sich die Wirtschaft im Bezirk Imst klar zur Wasserkraft als Rückgrat der nachhaltigen Energieversorgung. Der Ausbau bestehender Anlagen sowie Projekte im Kühtai und Kaunertal stärken die Versorgungssicherheit, ermöglichen Dekarbonisierung und schaffen regionale Wertschöpfung. Investitionen in diese Projekte sichern Aufträge für heimische Unternehmen und langfristige Arbeitsplätze in der Region. „Wir starten optimistisch in das neue Jahr und wünschen allen Unternehmer:innen ein erfolgreiches Geschäftsjahr 2026!“, so Bezirksobmann Huber.