Brennerachse: Österreich darf kein falsches Signal senden Die Wirtschaftskammer Tirol warnt vor weiteren Verzögerungen beim Ausbau der Brennerachse. Präsidentin Barbara Thaler fordert von der Bundespolitik und den Nachbarstaaten die Einhaltung der Zeitpläne, verbindliche Finanzierungszusagen und mehr Tempo bei den Zulaufstrecken. Der Brennerkorridor gerät weiter unter Druck: Der deutsche Nordzulauf ist voraussichtlich nicht vor 2050 fertig, beim Brennerbasistunnel steht eine Verschiebung auf 2034 im Raum – und nun will das österreichische Verkehrsministerium offenbar auch den Ausbau der Unterinntalbahn zwischen Radfeld und Kufstein/Schaftenau aus Budgetgründen auf 2039 verschieben. Die Wirtschaftskammer Tirol warnt eindringlich vor diesem Schritt. „Wer den Brennerbasistunnel ernst nimmt, darf bei den Zulaufstrecken nicht auf die Bremse steigen“, betont WK-Präsidentin Barbara Thaler. Der BBT sei kein isoliertes Tunnelprojekt, sondern das Herzstück einer der wichtigsten Nord-Süd-Verbindungen Europas – entscheidend für Güterverkehr, Personenverkehr, Tourismus, Industrie, Logistik und stabile Lieferketten. „Österreich verliert an Glaubwürdigkeit, wenn es von Deutschland Tempo einfordert und gleichzeitig die eigenen Projekte verschiebt. Genau dieses Signal darf von Wien nicht ausgehen“, so Thaler. Die Wirtschaftskammer Tirol fordert daher, dass Österreich beim Ausbau der Unterinntalbahn am vereinbarten Plan festhält und sich mit Nachdruck für eine Beschleunigung des Brenner-Nordzulaufs einsetzt. Der Brennerkorridor muss als europäisches Gesamtprojekt behandelt werden – mit verbindlichen Zeitplänen, gesicherter Finanzierung, schnelleren Planungs- und Genehmigungsverfahren, leistungsfähiger Schieneninfrastruktur sowie ausreichenden Terminal- und Umschlagkapazitäten. Zudem braucht es eine grenzüberschreitende Steuerung, die Fortschritte überwacht und bei Verzögerungen gegensteuert. „Unsere Betriebe brauchen verlässliche Verkehrsachsen, keine offenen Zeithorizonte. Wer Verkehr verlagern will, muss die Schiene so ausbauen, dass sie tatsächlich eine wettbewerbsfähige Alternative ist“, erklärt Thaler. Das gelte für den Güterverkehr ebenso wie für den Personenverkehr und den regionalen Verkehr im Unterinntal. „Der BBT darf nicht an fehlenden Zulaufstrecken scheitern. Für Tirol geht es um Standortqualität, Lebensqualität und Vertrauen in politische Zusagen. Und für Europas Wirtschaft geht es um planbare, resiliente und leistungsfähige Verkehrsachsen“, so Thaler.