Osttiroler Leitbetriebe und Wirtschaftskammer sprechen sich klar für Projekt Netzraum Kärnten aus Fünf Osttiroler Leitbetriebe und die Bezirksstelle der Wirtschaftskammer in Lienz betonen die zentrale Bedeutung einer leistungsfähigen und verlässlichen Stromversorgung für Standortsicherheit, Wettbewerbsfähigkeit und Planbarkeit bei Investitionen. Ein klares Bekenntnis zur stabilen Energieinfrastruktur seitens der Osttiroler Wirtschaft: Am 11. August 2026 betonten fünf Leitbetriebe aus dem Bezirk Lienz die Notwendigkeit des 380-kV-Lückenschlusses im Süden Österreichs und damit die zentrale Bedeutung des Projekts Netzraum Kärnten. Für Österreich, aber insbesondere auch für Osttirol und Kärnten, ist die Leitung essenziell, damit energieintensive Unternehmen ihre Prozesse dekarbonisieren können und Zugang zu preisgünstigem Strom haben, um wettbewerbsfähig zu bleiben. In Osttirol leisten rund 1.560 Gewerbe- und Industriebetriebe einen wesentlichen Beitrag zur gesamten Bruttowertschöpfung des Bezirks (1,9 Mrd. Euro p. a.); rund 8.200 Arbeitsplätze hängen direkt daran – und damit 40 % aller unselbständig Beschäftigten. Genau jene Branchen stehen aber vor tiefgreifenden Veränderungen, wenn die gesellschaftliche und wirtschaftliche Transformation gelingen soll. Mit etwa 1.300 Mitarbeiter:innen ist Liebherr Hausgeräte ein bedeutender Wirtschaftsmotor der Region. Für Geschäftsführer Holger König ist eine sichere Stromversorgung ein wesentlicher Erfolgsfaktor für den Standort: „Industrieunternehmen benötigen eine verlässliche und leistungsfähige Energieinfrastruktur. Nur so können wir die Herausforderungen der Dekarbonisierung bewältigen, Investitionen nachhaltig absichern und die Wettbewerbsfähigkeit unseres Standorts stärken. Davon profitieren letztlich auch die Beschäftigten und die gesamte Region.“ Die iDM Energiesysteme GmbH ist als Wärmepumpenhersteller selbst Teil der Energiewende. Geschäftsführer Christoph Bacher: „Globale Krisen und auch der Klimawandel zeigen uns, dass wir uns unabhängig von fossilen Energieträgern machen müssen. Unabhängigkeit bedeutet zugleich aber auch eine zunehmende Elektrifizierung. iDM zeigt mit dem rapiden Wachstum der letzten Jahre, dass die Wärmepumpentechnologie zum Standard geworden ist, aber damit zugleich auch die Netzstabilität zum entscheidenden Faktor wird. Die Energiewende funktioniert nur, wenn auch die Infrastruktur dafür geschaffen wird. Ein stabiles Leitungsnetz ist das Rückgrat für die Entwicklung des Lebens- und Wirtschaftsraumes Osttirol.“ Das Familienunternehmen Theurl Austrian Premium Timber ist bereits in dritter Generation als internationales Industrieunternehmen tätig und gleichzeitig immer fest mit der Region Osttirol verwurzelt geblieben. Geschäftsführer Hannes Theurl erläutert, dass am Standort auch eine Biomasse-KWK-Anlage betrieben wird, um den wesentlichen Teil des Energiebedarfs selbstständig zu decken. Die eigenen Maßnahmen der Strom- und Wärmeproduktion werden für Betriebe immer relevanter, funktionieren jedoch nur im Zusammenspiel mit einem leistungsfähigen Netz, da nicht alles abgedeckt werden kann. Ein produzierender Betrieb ist auf eine kontinuierliche und stabile Energieversorgung angewiesen: „Leistungsfähige Netze für eine dynamische Lastflusssteuerung sind die Basis für weitere Standortentwicklungen und damit für die Zukunft der Osttiroler Arbeitgeber:innen und Arbeitnehmer:innen“, unterstreicht die Geschäftsführung. In der A. Loacker Konfekt Ges.m.b.H. in Heinfels wird Nachhaltigkeit bereits in vielen Bereichen – von der Lieferkette über die Verpackungen bis hin zu den Mitarbeiter:innen – gelebt. Geschäftsführerin Tinneke Gies betont dabei die Bedeutung einer verlässlichen Energieversorgung: „In die Dekarbonisierung und damit auch in die Zukunft des Standortes zu investieren, ist für Betriebe mittelfristig ein zentraler und notwendiger Schritt. Die erfolgreiche Umsetzung der Energiewende setzt jedoch ein verlässliches Stromnetz voraus, um die Zukunftsfähigkeit unserer Betriebe zu sichern. Dabei geht es nicht nur allein um die Versorgungssicherheit selbst, sondern für viele Betriebe auch um die Netzqualität und Ausfallsicherheit. Ein längerer Stromausfall würde neben Produktionsstillständen auch erhebliche Schäden an Rohstoffen sowie Zwischen- und Fertigprodukten verursachen. Gerade bei kühlpflichtigen Waren könnten die Verluste beträchtlich sein.“ Die Raiffeisengenossenschaft Osttirol ist im Bezirk nicht nur ein relevanter Arbeitgeber, sondern auch ein wichtiger Partner für die Landwirtschaft. Geschäftsführer Thomas Diemling erachtet leistungsfähige Netze als besonders wesentlich, da einerseits der Strombedarf durch die fortschreitende Elektrifizierung steigt, andererseits aber auch der Leistungsbedarf der Netze durch den zunehmenden Ausbau der Erneuerbaren, wie Photovoltaik, stark zunimmt. „Gute und sichere Arbeitsplätze in Osttirol zu erhalten, ist für unsere Genossenschaft sehr wichtig und Teil unseres Leitbildes. Deshalb ist das Infrastrukturprojekt Netzraum Kärnten von großer Bedeutung. Es schafft eine wichtige Grundlage für die zukünftige Entwicklung des Lebens- und Wirtschaftsraums Osttirol“, erläutert Diemling. Michaela Hysek-Unterweger, Bezirksobfrau der Wirtschaftskammer in Lienz, betont abschließend, dass an dem zügigen Ausbau der Stromleitungsnetze in Österreich – und damit auch in Osttirol – kein Weg vorbeiführt. Aktuelle Studien und Analysen gehen davon aus, dass sich der Strombedarf in den nächsten 20 Jahren verdoppeln wird. „Osttirols Betriebe sind hochinnovativ und wollen ihren Beitrag zur Energiewende leisten – sei es durch den Ausbau eigener PV-Anlagen oder die Umstellung auf elektrische Produktionsprozesse. Ohne ein starkes, modernes Stromnetz stoßen wir hier jedoch rasch an massive Grenzen. Der Netzausbau ist keine reine Infrastrukturfrage, sondern eine fundamentale Frage der Standortsicherheit und Wettbewerbsfähigkeit für unsere regionalen Unternehmen. Das APG-Projekt Netzraum Kärnten leistet diesbezüglich einen unverzichtbaren Beitrag“, stellt Hysek-Unterweger klar.