Betriebsnachfolge: Mehr Luft für die nächste Generation WK-Präsidentin Thaler: Grace Period wird auf fünf Jahre verlängert – WK Tirol setzt Schwerpunkt bei der Unterstützung von Betriebsübergaben. Die Novelle der Gewerbeordnung hat gestern den Wirtschaftsausschuss passiert und wird voraussichtlich in der kommenden Woche im Nationalrat beschlossen. Für die Wirtschaftskammer Tirol ist vor allem die Verlängerung der sogenannten Grace Period bei Betriebsübernahmen von drei auf fünf Jahre ein wichtiger Schritt. Nachfolger erhalten damit mehr Zeit, bestimmte behördliche Auflagen zu erfüllen und den übernommenen Betrieb weiterzuentwickeln. „Bei einer Übergabe wird weit mehr weitergereicht als ein Schlüssel. Es geht um Arbeitsplätze, Know-how und oft um ein Lebenswerk. Die Verlängerung der Grace Period gibt der nächsten Generation mehr Luft, im Betrieb anzukommen und notwendige Auflagen Schritt für Schritt umzusetzen. Damit wird eine zentrale Forderung der Wirtschaft erfüllt“, betont WK-Präsidentin Barbara Thaler. Gerade für Tirol ist das Thema von großer Bedeutung: In den nächsten Jahren stehen rund 5.700 Betriebe vor einer Übergabe, österreichweit sind es über 50.000 – viele davon Familienunternehmen. Gelungene Nachfolgen sichern Arbeitsplätze und Know-how und geben zugleich Raum für neue Investitionen und frische Ideen. WK Tirol setzt Schwerpunkt bei Betriebsübergaben Vor diesem Hintergrund ist die Unternehmensnachfolge auch einer der vier Schwerpunkte im laufenden Kundenzentrierungsprozess der WK Tirol. Aus bestehenden Beratungsleistungen entsteht ein klar definiertes Leistungspaket: Mit Nachfolge-Navigator und strukturierter Erstberatung sollen Betriebsübergaben früher und systematischer vorbereitet werden. „Eine erfolgreiche Übergabe beginnt nicht erst mit der Unterschrift, sondern Jahre davor. Deshalb haben wir die Unterstützung bei Betriebsübergaben bewusst zu einem Schwerpunkt unseres Kundenzentrierungsprozesses gemacht. Mit klaren Ansprechpartnern, strukturierter Erstberatung und dem Nachfolge-Navigator wollen wir den Betrieben dabei zur Seite stehen“, so Thaler.