WK Tirol: Gemeinsamer Appell für Augenmaß bei den Herbstlohnrunden Wirtschaftsparlament einstimmig: Neue Lohn-Preis-Spirale vermeiden und Wettbewerbsfähigkeit sichern. Vor den anstehenden Kollektivvertragsverhandlungen richtet das Wirtschaftsparlament der WK Tirol einen gemeinsamen Appell an die Verhandlungspartner: Die Lohnabschlüsse müssen der angespannten wirtschaftlichen Lage und der Wettbewerbsfähigkeit der heimischen Betriebe Rechnung tragen. Dazu gab es in der letzten Sitzung einen gemeinsamen Antrag von Wirtschaftsbund, UNOS, Grüne Wirtschaft, Freiheitliche Wirtschaft, Fachliste der Tiroler Industrie und Tiroler Wirtschaft für eine wettbewerbsorientierte Lohnpolitik und Entlastung bei den Arbeitskosten. Die vergangenen Jahre haben die Arbeitskosten in Österreich deutlich nach oben getrieben. Laut gemeinsamem Antrag sind die Lohnstückkosten um 45,3 % gestiegen und damit deutlich stärker als bei relevanten Mitbewerbern. Gerade für exportorientierte Betriebe verschärft das den Wettbewerbsdruck. Ziel müsse deshalb sein, bei den kommenden Abschlüssen Beschäftigung, Kaufkraft und Wettbewerbsfähigkeit gleichermaßen im Blick zu behalten. WK-Präsidentin Barbara Thaler, Wirtschaftsbund: „Unsere Betriebe haben in den vergangenen Jahren enorme Kostensteigerungen getragen. Umso mehr braucht es jetzt bei den Herbstlohnrunden Augenmaß und ein gutes Gespür für die wirtschaftliche Lage.“ Veronika Kärle-Haid, UNOS: „Dauerhaft können Löhne nur so stark steigen, wie es Produktivität und wirtschaftliche Entwicklung zulassen. Gleichzeitig muss Arbeit spürbar entlastet und die Senkung der Lohnnebenkosten konsequent umgesetzt werden.“ Krista Sommer, Grüne Wirtschaft: „Faire Löhne und wirtschaftlich gesunde Betriebe gehören zusammen. Besonders kleine und mittlere Unternehmen brauchen wirtschaftlichen Spielraum, um zu investieren, innovativ zu bleiben und ihre Unternehmen zukunftsfähig weiterzuentwickeln. Bei den kommenden Abschlüssen braucht es deshalb Augenmaß.“ Evelyn Achhorner, Freiheitliche Wirtschaft: „Gerade kleine und mittlere Betriebe können eine weitere Kostenspirale nicht verkraften. Überzogene Abschlüsse würden Preise weiter antreiben und jene Betriebe treffen, die Arbeitsplätze und Wertschöpfung in unseren Regionen sichern.“ Karlheinz Wex, Fachliste der Tiroler Industrie: „Gerade unsere Industrie steht im direkten internationalen Wettbewerb. Wenn sich unsere Kosten deutlich schneller entwickeln als bei den Mitbewerbern, verlieren wir Aufträge und Investitionen. Die Abschlüsse müssen deshalb auch die Wettbewerbsfähigkeit unserer Produktionsstandorte im Blick behalten.“ Patrick Götz, Tiroler Wirtschaft: „Planungssicherheit und wirtschaftlicher Handlungsspielraum sind zentrale Voraussetzungen für Investitionen und Beschäftigung. Deshalb sind Abschlüsse mit Augenmaß und wirtschaftlicher Vernunft gefragt.“ Arbeitskosten entlasten Neben maßvollen Lohnabschlüssen sieht das Wirtschaftsparlament Tirol auch die Politik gefordert. Die angekündigte Senkung der Lohnnebenkosten müsse konsequent umgesetzt werden, um den Faktor Arbeit zu entlasten und die Wettbewerbsfähigkeit des Standorts wieder zu stärken. Genau diese Kombination aus verantwortungsvoller Lohnpolitik und geringeren Arbeitskosten wurde im gemeinsamen Antrag des Tiroler Wirtschaftsparlaments festgehalten. „Unser gemeinsames Ziel ist klar: Arbeitsplätze, Wertschöpfung und einen wettbewerbsfähigen Wirtschaftsstandort Tirol zu sichern.“