Schienengüterverkehr: Osttirol darf nicht abgehängt werden WK-Präsidentin Thaler und Bezirksobfrau Hysek-Unterweger: Betriebe brauchen Planungssicherheit – ÖBB müssen rasch tragfähige Lösung vorlegen und Anbindung sichern. Die derzeit laufende Evaluierung des Schienengüterverkehrs zwischen Kärnten und Osttirol sorgt bei zahlreichen Betrieben für große Verunsicherung. Im Raum stehen Änderungen bei der Bedienung bis hin zu einer möglichen Einstellung des bestehenden Angebots. Eine Entscheidung ist laut ÖBB noch nicht gefallen. Für die Wirtschaftskammer Tirol steht dennoch fest: Eine Einschränkung der Schienengüterverkehrsanbindung würde den Wirtschaftsstandort Osttirol empfindlich treffen. „Gerade Industriebetriebe – wie etwa die Holz- und Sägeindustrie oder die metallverarbeitenden Betriebe – sowie Osttirols Abfallentsorger sind auf verlässliche Transportwege angewiesen und wickeln große Mengen über die Bahn ab. Es passt schlicht nicht zusammen, einerseits mehr Güterverkehr auf der Schiene zu fordern und gleichzeitig einer ganzen Region die dafür notwendige Anbindung zu nehmen“, betont Thaler. Betriebe brauchen Planungssicherheit Für die betroffenen Unternehmen hätte eine Einstellung des Angebots weitreichende Folgen. Bestehende Logistikabläufe müssten kurzfristig umgestellt, zusätzliche Lkw-Transporte organisiert und möglicherweise neue Investitionen getätigt werden. Hinzu kommt, dass viele Betriebe ihre Entscheidungen langfristig treffen und auf eine funktionierende Infrastruktur angewiesen sind. „Unsere Betriebe können nicht von heute auf morgen ihre gesamte Logistik umstellen. Sie haben über Jahre in ihre Standorte und Transportabläufe investiert. Wenn bestehende Angebote plötzlich infrage gestellt werden, fehlt die Grundlage für weitere Investitionsentscheidungen. Osttirol braucht Planungssicherheit und darf nicht zum Spielball von Personalproblemen werden“, unterstreicht Michaela Hysek-Unterweger, Bezirksobfrau der WK Lienz. Rasche Lösung statt weiterer Verunsicherung Die ÖBB verweisen auf Personalengpässe und hohe Kosten im Einzelwagenverkehr. Aus Sicht der WK Tirol dürfen diese Herausforderungen jedoch nicht zulasten der Osttiroler Betriebe gehen. Vielmehr sind die ÖBB gefordert, rasch gemeinsam mit den betroffenen Unternehmen Lösungen zu finden, die den Schienengüterverkehr in der Region langfristig sichern. Eine Einstellung des Angebots darf dabei keine Option sein. „Wir fordern die ÖBB auf, rasch gemeinsam mit den betroffenen Betrieben eine tragfähige Lösung zu finden. Osttirol darf nicht vom Schienengüterverkehr abgekoppelt werden. Die Unternehmen brauchen keine weiteren Unsicherheiten, sondern eine klare Zusage, dass diese wichtige Verkehrsanbindung auch in Zukunft erhalten bleibt“, appellieren Thaler und Hysek-Unterweger abschließend.