Meldung vom 22.05.2020

Schuhhandel: Bis 30 Prozent Umsatzeinbruch, Insolvenzwelle befürchtet

Verlorene Umsatze können nicht mehr aufgeholt werden - rasche Unterstützungsmaßnahmen gefordert.


„Die Corona-Krise trifft den Schuhhandel besonders hart. Die Versprechungen der Regierung sind gut, aber das Geld kommt nicht oder zu spät bei den Händlern an. Damit droht dem Schuhhandel in Österreich eine noch nie dagewesene Pleitewelle“, sagt Friedrich Ammaschell, Obmann des Werbevereins der österreichischen Schuhwirtschaft.

Obwohl kleinere Geschäfte Mitte April aufsperren durften und mittlerweile auch die größeren Flächen folgten, liegt der Umsatz im Schuhhandel weiterhin deutlich unter dem Niveau des Vorjahres. „Durch den Shutdown verliert die Branche bis Jahresende rund 25 bis 30 Prozent an Umsatz, da die Schließungsperiode in die umsatzstarke Frühjahrssaison fiel“, fasst auch Klaus Lackner, Branchensprecher des Tiroler Schuhhandels gesammelte Berichte von Branchenkollegen zusammen.

Auch jetzt sind die Umsätze deutlich unterdurchschnittlich: Im heimischen Schuhhandel wurde in der ersten Mai-Hälfte ein zweistelliges Minus verzeichnet. Die Situation in Österreich stelle sich ähnlich dar wie in Deutschland, so Ammaschell: Dort gingen die Umsätze im Schuhhandel laut der ERIX-Marktdatenbank in der ersten Mai-Dekade um 34 Prozent zurück, in der dritten April-Dekade lag das Minus bei 31 Prozent.

Ware um bis zu 60 Prozent abgewertet
„Die verlorenen Umsätze während des Shutdowns können nicht mehr aufgeholt werden, die Ware der Frühjahr-Sommer-Saison musste bis zu 60 Prozent abgewertet werden. Hier braucht es dringend eine staatliche Ersatzleistung für die Betriebe. Wir wollen keine Geldgeschenke, aber wir fordern eine schnellere, unbürokratischere Unterstützung für die entstandenen Verluste“, so Lackner.

Mit Stundungen werde zwar kurzfristig geholfen und Liquidität geschaffen. Im Juli kämen aber die ersten Lieferungen für die Herbst- und Wintersaison, erklärt der Branchenvertreter. Diese müssen bezahlt werden, ebenso wie die Beschäftigten und andere Fixkosten, Stichwort Mieten. Gleichzeitig liefen die Stundungen aus.

„Dem Schuhhandel droht jetzt eine noch nie dagewesene Pleitewelle. Viele Unternehmen haben einfach keine Liquidität mehr. Gerade österreichische Schuhhändler mit nur einem Standort sind davon betroffen, weil sie durch den harten Konkurrenzkampf innerhalb der Branche in den letzten Jahren keine Rücklagen aufbauen konnten“, beschreibt Ammaschell die prekäre Lage in vielen Unternehmen der Branche.

Schnellere Unterstützung gefordert
Mit der drohenden Insolvenzwelle sind viele Arbeitsplätze in Gefahr: Der österreichische Schuhhandel beschäftigt bei einem jährlichen Branchenumsatz von rund 1,25 Milliarden Euro gut 8.800 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Die Branchenvertreter des Schuhhandels fordern nun schnellere Maßnahmen zur Unterstützung dieses wichtigen Wirtschaftszweigs. Konkret geht es um rasche Liquiditätshilfe, um die Zahlungsfähigkeit der Unternehmen sicherzustellen, die Beschleunigung der Auszahlungen durch das AMS im Falle der Kurzarbeit und eine zügige Abwicklung der angekündigten Fixkostenzuschüsse.

"Wir alle wissen, dass es noch ein langer Weg zur Normalität hin ist, sind aber zuversichtlich, diese schwierige Zeit gemeinsam zu meistern, durch positives Denken, Chancen sehen und aufgeschlossen für Neues sein. Wichtig ist dabei aber auch, dass die Tirolerinnen und Tiroler den heimischen Handel unterstützen - ganz nach dem Motto: 'Mir ist's nicht egal, ich kauf lokal!'", betont Klaus Lackner abschließend.

Kontakt

Tiroler Wirtschaftskammer
Sparte Handel
Dr. Karolina Holaus
T 05 90 90 5-1432
M karolina.holaus@wktirol.at

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