30.04.2026    1 Bild

4. Tiroler Lebensmittelkongress

Zusammenarbeit stärkt die Stabilität der Lebensmittelversorgung in herausfordernden Zeiten
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Beim Tiroler Lebensmittelkongress (v.l.): Josef Geisler (Landeshauptmann-Stellvertreter und Agrarlandesrat), Patricia Sepetavc (Gremialobfrau des Tiroler Lebensmittelhandels in der Wirtschaftskammer Tirol, Geschäftsführerin von SPAR Tirol und Salzburg), Barbara Thaler (Präsidentin der Wirtschaftskammer Tirol), Matthias Pöschl (Geschäftsführer Agrarmarketing Tirol) und Josef Hechenberger (Präsident der Landwirtschaftskammer Tirol).

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Steigende Kosten, volatile Märkte und internationale Entwicklungen verändern die Rahmenbedingungen der Lebensmittelversorgung. Beim 4. Tiroler Lebensmittelkongress im Congresspark Igls wurde deutlich: Die Lebensmittelbranche hat in den vergangenen Jahren immer wieder bewiesen, dass eine verlässliche Versorgung auch unter anspruchsvollen Bedingungen gelingt – entscheidend bleibt dabei die Zusammenarbeit entlang der gesamten Wertschöpfungskette.

Der Kongress, veranstaltet vom Landesgremium Lebensmittelhandel der Wirtschaftskammer Tirol und der Agrarmarketing Tirol, in Kooperation mit der Landwirtschaftskammer Tirol, stand unter dem Motto „Gemeinsam Tirols Lebensmittelversorgung gestalten: Zusammenarbeit und Planbarkeit in Zeiten des Wandels“. Vertreter:innen aus Landwirtschaft, Verarbeitung, Handel, Gastronomie und Politik diskutierten aktuelle Entwicklungen und Lösungsansätze.

Kooperation als Strategie im Wandel
Die globalen Krisen der letzten Jahre – von der Covid-19-Pandemie über die Kriege in der Ukraine und dem Iran bis hin zu weiteren geopolitischen und handelspolitischen Entwicklungen – haben langfristige Auswirkungen auf Kosten und Verfügbarkeiten in der Lebensmittelwirtschaft. Franz Sinabell, Senior Economist am Wirtschaftsforschungsinstitut WIFO, legte in seinem Vortrag dar, wie sich die Situation an den internationalen Märkten verändert hat und welche Möglichkeiten es gibt, diesen Herausforderungen zu begegnen. „Der Lebensmittelmarkt ist zunehmend von internationalen Entwicklungen, Kostendruck und anhaltender Volatilität geprägt. Kooperation ist unter diesen Bedingungen eine wesentliche Chance, um die Widerstandsfähigkeit der Lebensmittelwirtschaft zu stärken“, erklärt Franz Sinabell. Dies zeigt sich etwa in Bereichen wie Qualitätssicherung, Produktentwicklung oder der Nutzung gemeinsamer Ressourcen, in denen es bereits zahlreiche Beispiele für eine funktionierende Zusammenarbeit gibt.

Gerade im internationalen Vergleich bewegen sich heimische Betriebe im Spannungsfeld zwischen hohen Qualitätsstandards, regulatorischen Anforderungen und steigenden Kosten. Eine zentrale Herausforderung bestehe darin, diese Qualität entlang der gesamten Wertschöpfungskette unter unsicheren Rahmenbedingungen in beständig steigende Wertschöpfung zu übersetzen.

Zusammenarbeit als gelebte Stärke
„Die Erfahrungen der letzten Jahre haben gezeigt, was möglich ist, wenn entlang der gesamten Wertschöpfungskette Verantwortung übernommen und konstruktiv zusammengearbeitet wird. Auch unter schwierigsten Bedingungen ist es gelungen, die Versorgung der Bevölkerung mit einem breiten Angebot an Lebensmitteln in verlässlicher Qualität sicherzustellen. Genau daran müssen wir jetzt anknüpfen und die Zusammenarbeit weiter stärken“, betont Patricia Sepetavc, Gremialobfrau des Tiroler Lebensmittelhandels in der Wirtschaftskammer Tirol und Geschäftsführerin von SPAR Tirol und Salzburg.

Regionale Wertschöpfung sichern
„Regionale Lebensmittel leisten einen wichtigen Beitrag zur Wertschöpfung und zur Beschäftigung in Tirol. Wer zu heimischen Produkten greift, stärkt die Landwirtschaft und sichert Einkommen entlang der gesamten Wertschöpfungskette. Umso wichtiger ist es, diese Strukturen weiter zu stärken und eng mit den anderen Bereichen der Lebensmittelversorgung zu verzahnen“, erklärt Landeshauptmann-Stellvertreter und Agrarlandesrat Josef Geisler.

„Gerade in den vergangenen Jahren ist deutlich geworden, wie komplex Planbarkeit für Betriebe geworden ist. Umso wichtiger sind verlässliche Rahmenbedingungen, die Investitionen ermöglichen und die Wettbewerbsfähigkeit sichern – etwa bei Kosten, Regulierung und Investitionssicherheit“, betont Barbara Thaler, Präsidentin der Wirtschaftskammer Tirol.

„Unsere landwirtschaftlichen Betriebe stehen täglich vor der Herausforderung, die sich immer schneller ändernden Rahmenbedingungen sowie die steigenden Kosten unter einen Hut zu bringen. Damit das gelingt, braucht es eine gute Zusammenarbeit entlang der Wertschöpfungskette und vor allem faire, langfristige Partnerschaften für bessere Planbarkeit“, betont Josef Hechenberger, Präsident der Landwirtschaftskammer Tirol.

Heimische Nachfrage als Wachstumsmotor
„Trotz wirtschaftlicher Unsicherheiten steigt die Nachfrage nach regionalen Lebensmitteln weiter“, sagt Matthias Pöschl, Geschäftsführer der Agrarmarketing Tirol. „Das zeigt klar: Konsumentinnen und Konsumenten suchen gezielt nach Orientierung und Verlässlichkeit. Wer konsequent auf Herkunft, Qualität und Vertrauen setzt, trifft diese Bedürfnisse – und ein langfristiges Festhalten an diesen Werten zahlt sich nachhaltig aus.“

Sabine Kronberger, Journalistin und Speakerin, betont die Bedeutung der Zusammenarbeit in der Praxis, auch in Hinblick auf eine positive Zukunft: „Wir sind nicht in einer Krise, sondern in einer Transition. Einem Wandel, der für uns stetige Adaptierung bedeutet – und diese erneute Ausrichtung an den Gegebenheiten ist die größte Chance für Wachstum und Wirken.“

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Franzoi Simon - Lebensmittelhandel
Tiroler Wirtschaftskammer
Landesgremium Lebensmittelhandel
Mag. Simon Franzoi
T 05 90 90 5-1295
E simon.franzoi@wktirol.at