18.06.2026    1 Bild

Autofreier Kirchplatz in Wattens: WK-Bezirksstelle Innsbruck-Land fordert neuerliche Befassung des Gemeinderats

© WK Tirol/Die Fotografen / Abdruck honorarfrei

Rebecca Kirchbaumer – WK-Bezirksobfrau Innsbruck-Land

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Die WK-Bezirksstelle Innsbruck-Land warnt vor Umsatz- und Frequenzeinbußen für die Betriebe rund um den dauerhaft autofreien Kirchplatz und ersucht die Marktgemeinde um eine wirtschaftliche Gesamtbetrachtung.

Das dauerhafte Fahrverbot am Kirchplatz im Zentrum von Wattens ist fix und gilt ab sofort. Die WK-Bezirksstelle Innsbruck-Land sieht den Wirtschaftsstandort in Gefahr: Sie befürchtet Frequenz- und Umsatzeinbußen für Handel und Gewerbe und fordert die Marktgemeinde auf, die wirtschaftlichen Folgen umfassend zu prüfen und den Gemeinderat erneut damit zu befassen. Erreichbarkeit entscheidet über den Einkaufsort

Die WK-Bezirksstelle Innsbruck-Land trägt das Ziel eines belebten Ortskerns mit. Genau deshalb pocht sie auf eine nüchterne Folgenabschätzung. Der stationäre Handel kämpft seit Jahren, besonders in den Tiroler Zentren. Rund 7,5 Prozent der Geschäftsflächen stehen dort leer. 73 Prozent der Tiroler:innen kaufen online, etwa ein Drittel bestellt regelmäßig bei internationalen Plattformen. Einkaufszentren am Ortsrand locken zusätzlich mit Gratisparkplätzen. Für viele Kund:innen entscheidet die Erreichbarkeit mit dem Pkw, wo sie einkaufen.

Kirchbaumer: „Die Wirtschaft muss gehört werden“

WK-Bezirksobfrau Rebecca Kirchbaumer wünscht sich ein Miteinander. „Als Obfrau sehe ich das große Ganze. Einen lebendigen Ortskern wollen wir alle, das Ziel der Gemeinde teile ich. Aber bei so einer Entscheidung muss die Wirtschaft mehr Gehör finden. Wenn der Großteil der Betriebe geschlossen Alarm schlägt, darf man das nicht abtun. Ich ersuche die Marktgemeinde, den Gemeinderat noch einmal damit zu befassen – mit den wirtschaftlichen Folgen klar auf dem Tisch“, sagt Kirchbaumer.

Kaufmannschaft geschlossen dagegen

Schärfer formuliert es Franz Erler, Sprecher der Kaufmannschaft Wattens. „Die Wattener Kaufmannschaft steht geschlossen gegen dieses Fahrverbot. Das ist kein Einzelinteresse, sondern ein breites Nein. Ein autofreier Kirchplatz nimmt den Kund:innen die gewohnte Zufahrt. Und genau die entscheidet, ob jemand bei uns kauft oder in die Einkaufszentren an den Ortsrändern fährt. Dass der Beschluss nur mit der knappsten Mehrheit fiel, sagt viel“, so Erler.

„Für den Handel existenzbedrohend“

Wolfgang Feucht, Sprecher des Handels, sieht Betriebe am Limit. „Für den Handel ist das existenzbedrohend. Wir kämpfen mit Leerständen und mit Kaufkraft, die ins Internet abwandert. Jeder weitere Frequenzverlust kann über das Aus eines Geschäfts entscheiden. Wer dem Handel die Zufahrt erschwert, verliert am Ende die Geschäfte, die einen Ortskern lebendig halten“, warnt Feucht.

Die WK-Bezirksstelle Innsbruck-Land bietet den konstruktiven Dialog an. Sie ersucht die Marktgemeinde, das angekündigte Entlastungspaket rasch und gemeinsam mit den betroffenen Betrieben aufzusetzen – mit dem Ziel eines erreichbaren und wirtschaftlich tragfähigen Zentrums.

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Wanner Stefan
Wirtschaftskammer Tirol
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