23.01.2026    1 Bild

Büroservice-Betriebe fordern moderne Rahmenbedingungen für die Arbeitswelt von morgen

Bernhard-Stefan Müller erneut Bundesvorsitzender der Büroservice-Betriebe in der Wirtschaftskammer Österreich
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Der Tiroler Bernhard-Stefan Müller wurde erneut zum Bundesvorsitzenden der Büroservice Betriebe in der Wirtschaftskammer Österreich gewählt.

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Der Tiroler Bernhard-Stefan Müller wurde Ende des vergangenen Jahres erneut zum Bundesvorsitzenden der Büroservice Betriebe in der Wirtschaftskammer Österreich gewählt. Müller, der in der Wirtschaftskammer Tirol das Amt des Fachgruppenobmanns der gewerblichen Dienstleister bekleidet, agiert somit österreichweit als oberster Vertreter der Büroservice Betriebe.

Anlässlich seines Amtsantrittes präsentierte Bernhard-Stefan Müller Auszüge aus dem ambitionierten Arbeitsprogramm für die aktuelle Periode. Grundlage bildet die Zukunftsstudie „Büroservice 2035“, die im Auftrag der Wirtschaftskammer Österreich erstellt wurde.

Büroservice-Branche im Wandel
Die Studie zeigt deutlich: Die österreichischen Büroservice-Betriebe stehen an einem Wendepunkt. Digitalisierung, neue Arbeitsmodelle und der Fachkräftemangel verändern die Branche tiefgreifend. „Die Zukunft der Büroservices ist hybrid, digital und menschlich zugleich“, erklärt Müller. „Unsere Betriebe begleiten Unternehmen quer durch alle Branchen, vom klassischen Sekretariat bis zum KI-gestützten Prozessmanagement. Dafür brauchen wir moderne, praxisgerechte Rahmenbedingungen.“

Neue Arbeitsformen wie Homeoffice, Jobsharing oder die Vier-Tage-Woche gewinnen auch in der Büroservice-Branche an Bedeutung. Gleichzeitig steigt der Bedarf an digitalen Kompetenzen, Daten- und KI-Know-how sowie sicherer IT-Infrastruktur. Viele Betriebe kämpfen dabei mit bürokratischen Hürden und unklaren gesetzlichen Vorgaben.

Trends, die die Branche bis 2035 prägen werden
Laut „Büroservice 2035“ verändern sechs zentrale Trends das Berufsbild nachhaltig:

  • New Work & flexible Arbeitszeitmodelle: Kürzere Arbeitswochen, Jobsharing und Top-Sharing werden zur neuen Normalität. Arbeitgeber müssen flexible, planbare Modelle schaffen, die Vereinbarkeit und Produktivität verbinden.
  • Hybride Arbeitswelten: Der Arbeitsplatz wird zum Netzwerk. Coworking, Shared Offices und virtuelle Umgebungen lösen klassische Büros zunehmend ab.
  • Digitale Kommunikation: Social Listening, KI-gestützte Kundenkommunikation, Videocontent und Voice Assistance werden zu Standardinstrumenten im Büroservice.
  • Technologischer Schub: Künstliche Intelligenz, Augmented und Virtual Reality, Blockchain, Smart Data und 6G treiben die Effizienz und Qualität administrativer Prozesse.
  • Neue Geschäftsmodelle: „Everything as a Service“, Sharing- und Plattformökonomie, Self-Service-Lösungen und spezialisierte Nischenangebote prägen die Zukunft.
  • Nachhaltigkeit & Sinnorientierung: Umweltbewusstsein, soziale Verantwortung, Diversität und Inklusion werden zu echten Wettbewerbsfaktoren bei Kund:innen und Mitarbeiter:innen
Diese Entwicklungen erfordern von Betrieben hohe Anpassungsfähigkeit und von der Politik klare, moderne Spielregeln.

Forderung: Arbeitsmodelle und Bürokratie modernisieren
Müller fordert von der Politik, dass moderne Arbeitsformen auch rechtlich und steuerlich möglich gemacht werden. „Wir brauchen flexible Modelle, die zur Realität unserer Dienstleister passen, etwa klare Regelungen für Jobsharing, Homeoffice und neue Entgeltformen“, betont der Bundesvorsitzende.

Auch der Bürokratieabbau bleibt ein Dauerthema: Die Betriebe wünschen sich ein einfacheres, digitalisiertes Verwaltungsumfeld, um sich stärker auf ihr Kerngeschäft konzentrieren zu können. „Viele Vorschriften stammen aus einer analogen Zeit. Wer heute digital arbeitet, braucht keine Papierpflichten und überholten Nachweise mehr“, informiert Müller.

Digitalisierung fördern, Kompetenzen stärken
Die Studie „Büroservice 2035“ sieht große Chancen in Automatisierung, künstlicher Intelligenz und neuen Kommunikationsformen wie Voice Assistance oder Augmented Reality. Damit diese Technologien im Alltag ankommen, braucht es gezielte Unterstützung.

Müller plädiert für ein bundesweites Förderprogramm „Digital Office“, das KMU bei Investitionen in smarte Büro- und Kommunikationstechnologien unterstützt. Ebenso notwendig seien Weiterbildungsinitiativen für digitale Kompetenzen, um Fachkräfte in der Branche fit für die Zukunft zu machen. „Digitalisierung darf nicht am Budget scheitern und nicht an fehlendem Wissen“, erklärt Müller.

Hybride Arbeit als Standortchance
Die Studie zeigt auch, dass Büroservice-Leistungen zunehmend ortsunabhängig erbracht werden. Für viele Betriebe eröffnen sich dadurch Chancen, vorausgesetzt, die Rahmenbedingungen stimmen. Müller fordert daher eine Förderung von Shared- und Coworking-Spaces auch außerhalb der Ballungszentren sowie steuerliche Anreize für multifunktionale, barrierefreie Arbeitsumgebungen.

„Hybrides Arbeiten ist kein Trend, sondern die neue Normalität. Österreich braucht hier endlich eine Politik, die Flexibilität ermöglicht statt behindert“, so Müller.

Nachhaltigkeit und Gleichstellung mitdenken
Wie die Studie betont, spielt Nachhaltigkeit für die Büroservice-Branche eine immer größere Rolle, von papierlosen Prozessen über ressourcenschonende IT bis hin zu fairer Entlohnung und Gleichstellung. Müller spricht sich dafür aus, dass bei öffentlichen Ausschreibungen künftig freiwillige Nachhaltigkeits- und Bildungsmaßnahmen positiv bewertet werden sollen, anstatt rein formale Zertifizierungen zu verlangen. „So werden Qualität, Weiterbildung und gesellschaftliche Verantwortung belohnt“, betont Müller.

Zukunft gestalten statt verwalten
Mit Blick auf die kommenden Jahre zeigt sich Müller überzeugt: „Unsere Büroservice-Betriebe sind die stillen Motoren der österreichischen Wirtschaft. Sie halten die Abläufe in Unternehmen am Laufen digital, flexibel und zuverlässig. Jetzt braucht es die richtigen politischen Entscheidungen, damit wir die Arbeitswelt von morgen aktiv mitgestalten können.“

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Falch Sonja
Tiroler Wirtschaftskammer
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Sonja Falch, BSc
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