Meldung vom 02.06.2020

Geldanlage aktuell – „In Gold We Trust“

Die 14. Ausgabe des In Gold We Trust-Reports wurde kürzlich veröffentlicht. Dieses Jahr wurde ein klarer Fokus auf die langfristigen Aspekte von Gold sowie auf das makroökonomische Umfeld gelegt.


Der mehr als 300 Seiten starke In Gold We Trust-Report ist weltweit renommiert und wurde vom Wall Street Journal zum „Goldstandard aller Goldstudien“ geadelt. Die letztjährige Ausgabe wurde insgesamt mehr als 1,8 Millionen Mal heruntergeladen und geteilt. Damit zählt der in diesem Jahr zum 14. Mal erschienene In Gold We Trust-Report international zu den meistgelesenen Goldstudien. Michael Posselt, Fachgruppenobmann der Finanzdienstleister in der Tiroler Wirtschaftskammer, und Josef Schwaninger, Vermögensberater und Edelmetallexperte, haben den aktuellen In Gold We Trust-Report  zusammengefasst.

Gold als Retter der Krise

"Nicht zuletzt aufgrund der aktuellen Krise ist Gold wieder in aller Munde. Wir befinden uns in einer neuen Phase des Bullenmarktes", wird die aktuelle und zukünftige Entwicklung im Report zusammengefasst resümiert Michael Posselt. In jeder Währung – bis auf den US-Dollar – befindet sich Gold aktuell nahe oder auf dem Allzeithoch. Auf Euro-Basis haussierte Gold im Vorjahr um 22,7 Prozent und seit Jahresbeginn beläuft sich das Plus auch schon wieder auf 18,4 Prozent (Stand 26.05.2020). "Die Goldhausse nahm schon vor der Corona-Krise Fahrt auf, seit Ausbruch der Pandemie stieg das Interesse für Gold aber weiter an. ETFs verzeichneten Rekordzuflüsse, renommierte Investoren wie Paul Tudor oder Ray Dalio entdeckten ihr Faible für Gold. Aber auch große Vermögensverwalter erhöhten im Rahmen ihrer Möglichkeiten die Goldbestände in ihren Portfolios. Kleinanleger, die sich mit Goldmünzen oder Barren eindecken wollten, mussten vertröstet werden. Nicht nur für sie könnte auch Silber – gemeinhin als ,das Gold des kleinen Mannes' bezeichnet interessant sein", fügt Edelmetallexperte  Josef Schwaninger an. "Während Gold haussierte, blieb Silber weit hinter der Goldpreisentwicklung zurück. Dadurch erhöhte sich die Gold-Silber-Ratio, die im langfristigen Durchschnitt bei in etwa 1:30 liegt (d.h. für eine Unze Gold bekommen sie 30 Unzen Silber) auf bis zu 1:120. Sollte diese Ratio nur auf einen Wert von 1:60 zurückkommen, müsste sich der Silberpreis verdoppeln. Hinzu komme dann noch die Entwicklung des Goldpreises", so Schwaninger.

Gold in Zeiten von Corona

Wie wird sich die Corona-Krise auf den Goldpreis auswirken? Die Frage, die aktuell viele Investoren bewegt. Eine Konsequenz: die Verschuldung der Staaten steigt dramatisch. „Mit der Coronakrise ging in den allermeisten Staaten die fiskalische Disziplin verloren. In den USA war die budgetäre Situation in den vergangenen Jahren bereits bedenklich. Jetzt aber brechen alle Dämme. im Report wird beschrieben, dass die Finanzierung durch der Defizite durch die Druckerpresse ein hervorragendes Umfeld für Gold ist", erklärt Posselt.

Laut einer aktuellen Umfrage in der Schweiz hat Gold heuer erstmals Aktien als beliebteste Anlageform verdrängt. Sieben von zehn Befragten schätzen Gold als sichere Geldanlage und rund die Hälfte glaubt, dass Gold im Preis weiter steigen wird. „In Zeiten großer Verunsicherung und Marktvolatilität gibt es oft einen Ansturm auf das Edelmetall und das ist jetzt in der Corona-Krise nicht anders. Aber auch weitere Gründe sprechen für einen nachhaltigen Aufwärtstrend“, so Posselt. Gold hat einen inhärenten Wert, den die meisten anderen Rohstoffe nicht haben. Gold behält seinen Glanz als wertvolle Absicherung. "Nicht umsonst lagern die Zentralbanken des 21. Jahrhunderts keine Öl-, Kupfer- oder Eisenreserven in ihren Tresoren: sie besitzen Gold", erklärt der Fachgruppenobmann der Finanzdienstleister.

Angst vor Geldentwertung

"Die Angst vor Inflation und Geldentwertung  lässt viele Anleger in Gold investieren." Gold behalte seinen Wert, auch wenn die Kaufkraft der Währungen abnimmt. „Angesichts der steigenden Schulden werden die Regierungen einen starken Anreiz haben, die Inflation zu erhöhen, um so zumindest einen Teil der Schulden weg zu inflationieren. Darüber hinaus werden sie durch weiterhin niedrige Zinsen und Konjunkturprogramme versuchen, die Wirtschaft anzukurbeln. Dies macht Gold zusätzlich attraktiv, da der Preis für das Halten von Gold (Gold bringt naturgemäß keine Zinsen) niedrig, der reale Ertrag aber hoch ist,“ versichert Posselt.

Kontakt

Tiroler Wirtschaftskammer
Sparte Information und Consulting
Mag. Raphael Hölbling
T 05 90 90 5-1323
E raphael.hoelbling@wktirol.at

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