21.05.2026   

Image der Lehre: Moderne Ausbildung braucht moderne Begriffe

Wirtschaftskammer Tirol und Arbeiterkammer Tirol fordern zeitgemäße Sprache für eine zukunftsorientierte Ausbildungswelt.

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Die Wirtschaftskammer Tirol hat eine Initiative zur Modernisierung der Begrifflichkeiten rund um die duale Ausbildung gestartet und setzt sich dafür ein, die Sprache stärker an die heutige Ausbildungsrealität anzupassen. Ziel ist es, das Image der Fachberufslehre nachhaltig zu stärken und moderne, wertschätzende Bezeichnungen für zentrale Begriffe der Ausbildung zu etablieren. Die Arbeiterkammer Tirol unterstützt dieses Anliegen ausdrücklich.

Denn Sprache prägt unser Denken – und damit auch unsere Haltung gegenüber Bildungswegen und Berufen. Viele Begriffe rund um die duale Ausbildung wirken heute überholt und werden der modernen Ausbildungsrealität nicht mehr gerecht. Während sich die Fachberufslehre inhaltlich massiv weiterentwickelt hat, ist die Sprache vielfach stehen geblieben. Begriffe wie „Lehrling“, „Lehrbetrieb“, „Lehrzeit“ oder „Lehrabschlusszeugnis“ stammen aus einer anderen Zeit und transportieren oft nicht mehr das hohe fachliche Niveau, die Verantwortung und die vielfältigen Karrierechancen moderner Fachberufe.

„Gerade junge Menschen achten sehr stark darauf, wie Ausbildungswege kommuniziert und dargestellt werden. Sprache erzeugt Bilder im Kopf – und diese Bilder beeinflussen maßgeblich das Image der Fachberufslehre. Wenn wir moderne Fachkräfte wollen, dann brauchen wir auch eine moderne Sprache für ihre Ausbildung“, betont David Narr, Fachkräftekoordinator der Wirtschaftskammer Tirol.

AK-Präsident Erwin Zangerl ergänzt: „Die zeitgemäßen Bezeichnungen sollen zum Ausdruck bringen, dass die Berufsausbildung eine fachliche Qualifikation darstellt, die dringend benötigt wird und deren Stellenwert auch so wahrgenommen werden soll.“

Dabei ist die duale Ausbildung heute längst am Puls der Zeit: Digitalisierung, neue Technologien und moderne Berufsbilder prägen den Alltag in den Ausbildungsbetrieben. Tablets, digitale Lernplattformen und Apps gehören in vielen Betrieben ebenso selbstverständlich dazu wie klassische Werkzeuge. Gleichzeitig eröffnen Modelle wie Lehre mit Matura, modulare Ausbildungswege oder zusätzliche Spezialisierungen jungen Menschen attraktive Karriereperspektiven – bis hin zur Höheren Beruflichen Bildung oder zur Selbstständigkeit.

Konkret schlagen Wirtschaftskammer Tirol und Arbeiterkammer Tirol unter anderem vor, künftig verstärkt Begriffe wie „Fachberufslehre“ statt „Lehre“, „Ausbildungsbetrieb“ statt „Lehrbetrieb“, „Fachberufsprüfung“ statt „Lehrabschlussprüfung“, „Ausbildungszeit“ statt „Lehrzeit“ oder „Fachberufsdiplom“ statt „Lehrabschlusszeugnis“ zu verwenden. Bereits erfolgte Anpassungen – etwa die Umstellung von „Lehrlingsentschädigung“ auf „Lehrlingseinkommen“ – zeigen aus Sicht der beiden Interessenvertretungen, dass moderne und wertschätzende Begrifflichkeiten möglich und sinnvoll sind.

„Unternehmen investieren viel Zeit in die Bezeichnung ihrer Produkte und Dienstleistungen, weil Worte Assoziationen auslösen und Images prägen. Genau dasselbe gilt für die Fachberufslehre. Moderne Leistungen verdienen moderne Begriffe. Es geht dabei nicht um Symbolpolitik, sondern um Wertschätzung und darum, sichtbar zu machen, was junge Menschen und Ausbildungsbetriebe heute tatsächlich leisten“, so Narr.

WK Tirol und AK Tirol wollen deshalb gemeinsam mit den Sozialpartnern und dem Gesetzgeber prüfen, wie die neuen Begrifflichkeiten Schritt für Schritt in den offiziellen Sprachgebrauch übernommen werden können.

Für Wirtschaftskammer Tirol und Arbeiterkammer Tirol ist klar: Wer junge Menschen für die duale Ausbildung begeistern will, muss auch das Image der Fachberufslehre weiter stärken. Zeitgemäße Sprache ist dabei ein wichtiger Schritt – denn professionelle Leistungen verdienen auch professionelle Bezeichnungen.

Kontakt

Huber Johannes
Tiroler Wirtschaftskammer
Bildungsabteilung
Dr. Johannes Huber
T 05 90 90 5-7300
E johannes.huber@wktirol.at