Tiroler Immobilienmarkt zeigt moderate Erholung bei steigender Nachfrage nach Wohnimmobilien.
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Ellen Moll, Obfrau der Fachgruppe Immobilien- und Vermögenstreuhänder (l.) mit Arno Wimmer, Berufsgruppensprecher der Immobilienmakler.
Der Immobilienmarkt in Tirol zeigt im Jahr 2025 klare Zeichen einer Stabilisierung. Im Rahmen der Präsentation des aktuellen Immobilienpreisspiegels 2026 der Fachgruppe der Immobilien- und Vermögenstreuhänder Tirol wurde deutlich, dass die Nachfrage – insbesondere im Wohnsegment – wieder anzieht, während sich die Preise moderat nach oben entwickeln.
„Wir sehen auch in Tirol eine schrittweise Erholung des Marktes nach den herausfordernden Jahren. Die steigenden Transaktionszahlen zeigen, dass wieder mehr Bewegung in den Markt kommt“, erklärt Ellen Moll, Obfrau der Fachgruppe der Immobilien- und Vermögenstreuhänder Tirol.
Mehr Transaktionen – Wohnimmobilien im Fokus Österreichweit ist die Zahl der Immobilientransaktionen im Jahr 2025 um 8,98 % auf rund 91.000 gestiegen. Besonders stark entwickelte sich dabei das Wohnsegment, in dem ein Zuwachs von 20,96 % verzeichnet wurde.
Diese Entwicklung ist auch in Tirol klar erkennbar. So steigt insbesondere die Nachfrage nach Eigentumswohnungen wieder spürbar an. Gleichzeitig zeigt sich ein wachsendes Interesse an Bestandsimmobilien, da diese im Vergleich zu Neubauten oft leistbarer sind. Insgesamt ist eine vorsichtige, aber deutliche Rückkehr vieler Käuferinnen und Käufer in den Markt zu beobachten. „Gerade leistbarere Bestandsobjekte stehen aktuell besonders im Fokus. Hier sehen wir auch in Tirol eine deutlich steigende Nachfrage“, so KR Arno Wimmer, Obfrau-Stellvertreter der Fachgruppe Tirol.
Moderate Preisentwicklung bei Immobilien Die Preisentwicklung zeigt sich weiterhin stabil und weist nur leichte Steigerungen auf. So liegen die durchschnittlichen Quadratmeterpreise für Eigentumswohnungen im Erstbezug bei rund 4.256 Euro, was einem Anstieg von 1,46 % entspricht. Gebrauchte Eigentumswohnungen erreichen im Schnitt etwa 2.931 Euro pro Quadratmeter und verzeichnen damit ein Plus von 1,67 %. Auch bei Einfamilienhäusern zeigt sich mit durchschnittlich rund 3.086 Euro pro Quadratmeter ein moderater Anstieg von 1,37 %. Auch im Mietsegment ist eine Aufwärtsbewegung festzustellen. Neuwertige Mietwohnungen werden derzeit tirolweit im Durchschnitt um 11,39 Euro pro Quadratmeter vermietet, was einem Anstieg von 2,24 % entspricht. „Die Preise entwickeln sich aktuell in einem gesunden Rahmen. Angebot und Nachfrage sind noch weitgehend im Gleichgewicht – auch wenn sich das mittelfristig ändern könnte“, so Wimmer.
Bauland bleibt herausfordernd Während sich der Wohnimmobilienmarkt belebt, zeigt sich beim Bauland weiterhin Zurückhaltung. So ist die Zahl der Transaktionen bei Baugrundstücken österreichweit um 3,66 % zurückgegangen. Gerade in Tirol bleibt Bauland aufgrund der begrenzten Verfügbarkeit ein besonders knappes und entsprechend kostspieliges Gut, was sich weiterhin dämpfend auf die Entwicklung in diesem Segment auswirkt.
Branche fordert bessere Rahmenbedingungen Trotz der insgesamt positiven Entwicklung weist die Branche auf bestehende strukturelle Herausforderungen hin. Aus Sicht der Fachgruppe braucht es dringend Maßnahmen, um die Rahmenbedingungen für den Immobilienmarkt nachhaltig zu verbessern.
Dazu zählen insbesondere eine Vereinfachung von Bauvorschriften, mehr Förder- und Rechtssicherheit sowie gezielte Maßnahmen zur Senkung der Baukosten. Nur so könne sichergestellt werden, dass sowohl Neubau als auch Sanierungen langfristig wirtschaftlich umsetzbar bleiben. „Damit sich der Markt nachhaltig stabil entwickelt, braucht es klare und verlässliche Rahmenbedingungen – insbesondere für Neubau und Sanierung“, betonen Moll und Wimmer.
Zum Immobilienpreisspiegel Der Immobilienpreisspiegel basiert auf einer der umfangreichsten Datensammlungen Österreichs. Grundlage sind rund 45.000 erhobene Einzelwerte, die durch die Auswertung von etwa 91.000 Grundbuchstransaktionen validiert wurden. Damit stellt der Immobilienpreisspiegel seit mittlerweile 37 Jahren eine verlässliche und faktenbasierte Grundlage für die Beobachtung des österreichischen Immobilienmarktes dar. So kann der WKÖ-Immobilienpreisspiegel 2026 bezogen werden: Der Immobilienpreisspiegel 2026 ist zum Preis von 59 (für WKO-Mitglieder: 49) Euro zzgl. USt und Versandkosten beim Fachverband der Immobilien- und Vermögenstreuhänder der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ), Wiedner Hauptstraße 57/2/2/5, 1040 Wien, erhältlich. Bestellungen per E-Mail an
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