09.01.2026
Die Lehrlingszahlen in Tirol sind im Vergleich zum Vorjahr zurückgegangen. Hauptursache dafür ist die aktuell herausfordernde wirtschaftliche Gesamtsituation der Betriebe.
In Tirols Ausbildungsbetrieben befinden sich zum Stichtag 31.12.2025 insgesamt 9.700 junge Menschen in einer Lehrausbildung (2024: 10.125) – das bedeutet einen Rückgang von 4,2 % gegenüber dem Vorjahr. Die Zahl der Lehranfänger:innen ist um 7,1 % gesunken. „Dieses Ergebnis spiegelt die aktuell weiterhin sehr schwierige wirtschaftliche Situation für die Tiroler Betriebe wider“, so WK-Präsidentin Barbara Thaler.
Die Lehrlingszahlen zeigen aber auch die unterschiedliche Entwicklung in den verschiedenen Sektoren: Während der produzierende Bereich und der Handel Rückgänge verzeichnen, konnten etwa der Tourismus oder Bank und Versicherung die Zahl der Lehrlinge ausbauen oder zumindest halten.
Gewerbe und Handwerk ist größter Ausbilder
Die Verteilung der zukünftigen Fachkräfte nach Sparten zeigt die Bandbreite der Tiroler Berufsausbildung: Mit 4.898 Lehrlingen ist das Gewerbe und Handwerk weiterhin die stärkste Sparte, gefolgt von Industrie mit 1.226 Lehrlingen, Handel mit 1.104 sowie Tourismus und Freizeitwirtschaft mit 939 Lehrlingen. Auch in kleineren, aber wichtigen Bereichen wie Bank und Versicherung (127), Transport und Verkehr (283) sowie Information und Consulting (176) werden junge Fachkräfte ausgebildet. Zusätzlich werden 871 Lehrlinge in nicht der Gewerbeordnung unterliegenden Betrieben ausgebildet (Land Tirol, Kammern, Ärzte, Rechtsanwälte …). 76 Lehrlinge werden in überbetrieblichen Ausbildungszentren betreut.
Insgesamt bilden 2.896 Betriebe in Tirol Lehrlinge aus. Die meisten Lehrbetriebe finden sich im Gewerbe und Handwerk mit 1.739 Betrieben, gefolgt von Tourismus und Freizeitwirtschaft mit 351 sowie dem Handel mit 326. Kleinere, aber wichtige Bereiche wie Industrie (90), Information und Consulting (115), Transport und Verkehr (82), Bank und Versicherung (37) sowie sonstige Lehrberechtigte (259) tragen ebenfalls maßgeblich zur Ausbildung bei.
Immer mehr Maturantinnen und Maturanten entscheiden sich für eine duale Ausbildung
„Trotz des leichten Rückgangs bleibt die Qualität der Fachberufslehre auf einem hohen Niveau. Besonders erfreulich: Immer mehr Maturantinnen und Maturanten entscheiden sich nach ihrer Schulbildung für eine duale Ausbildung“, erklärt David Narr, Fachkräftekoordinator der Wirtschaftskammer Tirol. Aktuell absolvieren 410 Maturant:innen eine Fachberufslehre. „Unsere Lehrbetriebe investieren konsequent in die Ausbildung junger Fachkräfte. Das spiegelt sich nicht nur in der steigenden Zahl diplomierter Lehrlingsausbilderinnen und -ausbilder wider, sondern auch in der Zunahme der ausgezeichneten Tiroler Lehrbetriebe, deren Zahl auf 245 gestiegen ist“, so Narr. In diesen Betrieben wird rund ein Drittel aller Lehrlinge ausgebildet – ein klares Zeichen für das Engagement der Tiroler Wirtschaft.
Jetzt für morgen ausbilden
Die duale Ausbildung eröffnet den Lehrabsolventinnen und -absolventen hervorragende Chancen am Arbeitsmarkt. „Qualität, Engagement und Perspektiven gehen Hand in Hand. Die Tiroler Lehrbetriebe beweisen einmal mehr, dass sie bereit sind, junge Menschen bestmöglich auf die Zukunft vorzubereiten“, fasst David Narr zusammen.
Das aktuelle TOP TIROL Konjunkturbarometer lässt für das Jahr 2026 eine leichte Erholung erwarten. Präsidentin Barbara Thaler und Fachkräftekoordinator David Narr rufen die Ausbildungsbetriebe deshalb auf, „schon jetzt Fachkräfte auszubilden“. Die Wirtschaftskammer Tirol setzt weiterhin auf die Förderung von Ausbildung und Qualität, um Tirols Fachkräftebasis langfristig zu sichern und den Lehrlingen beste berufliche Perspektiven zu bieten.