20.01.2026    5 Bilder 1 Dokument

Neujahrsempfang der Wirtschaftskammer: Zentrale Standortfragen im Raum Innsbruck

© WK Tirol

v.l.: Bezirksstellenobfrau Innsbruck-Land Rebecca Kirchbaumer, WK-Präsidentin Barbara Thaler und Bezirksstellen Obmann Innsbruck-Stadt Dietmar Hernegger

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Im Zuge des Neujahrsempfangs der Wirtschaftskammer-Bezirksstelle Innsbruck-Land standen bei der Pressekonferenz der Bezirksstelle Innsbruck-Stadt und -Land aktuelle Themen aus dem wirtschaftlichen Alltag der Landeshauptstadt und dem umliegenden Bezirk im Mittelpunkt. Im Fokus lagen die Stärkung regionaler Wertschöpfung, die Weiterentwicklung des Gewerbegebiets Rossau sowie der Umgang mit Baustellen und Großprojekten wie dem Bozner Platz. Die angesprochenen Schwerpunkte spiegeln zentrale Herausforderungen für Betriebe in einem urban geprägten Wirtschaftsraum wider.

Tiroler Wirtschaft stabilisiert sich – Ausblick bleibt vorsichtig
Beim Pressegespräch der Wirtschaftskammer Innsbruck-Stadt und -Land sprach Präsidentin Barbara Thaler über die aktuelle wirtschaftliche Lage und den Ausblick für 2026. Die jüngsten Konjunkturdaten zeigen, dass sich die Tiroler Wirtschaft im Winter 2025/26 gegenüber dem Vorjahr spürbar stabilisiert hat. Der ausgeprägte Pessimismus des Winters 2024/25 ist zurückgegangen, die Stimmung hat sich aufgehellt – wenn auch weiterhin vorsichtig.

„Die Tiroler Wirtschaft hat wieder Boden unter den Füßen – aber sie läuft noch vorsichtig“, betonte Thaler.

Stabilisierend wirkt vor allem der Tourismus mit einem Geschäftsklimawert von rund 36 Prozentpunkten. Auch Handel sowie Information & Consulting verzeichnen deutliche Verbesserungen. Die Erholung verläuft jedoch unterschiedlich: Die Bauwirtschaft bleibt trotz Fortschritten weiterhin die einzige Branche im negativen Bereich. Auch die Industrie hat weiterhin mit hohen Arbeitskosten und internationalem Wettbewerbsdruck zu kämpfen.

Viele Betriebe berichten von gut gefüllten Auftragsbüchern, blicken angesichts internationaler Unsicherheiten jedoch zurückhaltend auf die kommenden Monate. Als größte Belastungen nennen die Unternehmen weiterhin hohe Arbeitskosten, Bürokratie sowie Steuern und Abgaben.

Unter der Voraussetzung stabiler geopolitischer Rahmenbedingungen erwartet die Wirtschaftskammer Tirol für 2026 ein reales Wirtschaftswachstum von rund 1,5 %.

„Das momentane, kleine Pflänzchen an Wirtschaftswachstum braucht jetzt die richtigen Rahmenbedingungen, um weiter wachsen zu können“, betonte Thaler. Bürokratieabbau, die Senkung der Lohnnebenkosten und ein investitionsfreundliches Umfeld seien dafür entscheidend. „Wer nachhaltiges Wachstum will, muss den Betrieben Luft zum Atmen geben.“

Regionalität als wirtschaftlicher Hebel
Ein zentrales Thema war die Bedeutung regionaler Wertschöpfung. Gerade in der Landeshauptstadt und den Gemeinden in Innsbruck-Land mit hoher Kaufkraft und starkem Online-Wettbewerb sei es entscheidend, Bewusstsein für regionale Angebote zu schaffen. Neben dem stationären Handel brauche es faire und vergleichbare Rahmenbedingungen auch im Online-Handel. Regionale Betriebe sichern Arbeitsplätze, Wertschöpfung und Lebensqualität in der Stadt bzw. in der Region – gleichzeitig spielen kurze Transportwege auch aus ökologischer Sicht eine wichtige Rolle.

Gewerbegebiete: Vernetzung im größten Gewerbegebiet Westösterreichs (Rossau) und Stärkung der benachbarten Gewerbegebiete
Mit der Rossau stand eines der wichtigsten Gewerbegebiete Tirols im Mittelpunkt. Das vor rund eineinhalb Jahren gestartete Quartiersmanagement hat zum Ziel, Betriebe stärker zu vernetzen und gemeinsame Projekte zu ermöglichen. Am Beispiel Rossau zeigt sich, wie wichtig eine konstruktive Zusammenarbeit zwischen Wirtschaft, Verwaltung und Politik auf Augenhöhe ist. Nur durch abgestimmtes Vorgehen können Standortqualität und betriebliche Entwicklung langfristig gesichert werden. Auch in Innsbruck-Land sind in den letzten Monaten neue Gewerbegebiete entstanden, wie zum Beispiel in Kematen und Zirl. Auch da gilt es, diese neuen Standorte bestmöglich zu unterstützen, damit sie stetig weiterentwickelt werden können.

Baustellen (Verkehr) und der neue Bozner Platz: Planungssicherheit für Betriebe
Ein weiterer Schwerpunkt betraf die Vielzahl an Baustellen im Stadtgebiet, aber auch in den Umlandgemeinden. Unabhängig vom jeweiligen Auftraggeber sind heimische Unternehmer:innen oft direkt von Einschränkungen betroffen. Umso wichtiger ist eine enge Abstimmung zwischen Stadt, Bezirkshauptmannschaft, Land, Infrastrukturbetreiber:innen und Wirtschaftskammer. Besonders das Großprojekt Bozner Platz verdeutlicht den notwendigen Interessensausgleich zwischen urbaner Entwicklung und wirtschaftlichen Auswirkungen. Ziel bleibt, Betriebe frühzeitig einzubinden, Belastungen realistisch zu bewerten und dort nachzubessern, wo es notwendig ist. Gerade der Lkw-Verkehr wird oft negativ gesehen, obwohl er uns das bringt, was wir täglich brauchen.

Der Neujahrsempfang machte deutlich, dass Innsbrucks Wirtschaft vor spezifischen Herausforderungen eines urbanen Standorts steht. Gleichzeitig zeigte sich, dass durch Dialog, Kooperation und verlässliche Rahmenbedingungen Lösungen möglich sind, die wirtschaftliche Entwicklung und Stadtgestaltung miteinander verbinden.

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Pressekonferenz Neujahrsempfang Innsbruck-Stadt und -Land
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Kontakt

Wanner Stefan
Tiroler Wirtschaftskammer
Bezirksstelle Innsbruck-Stadt/Innsbruck-Land
Mag. Stefan Wanner
T 05 90 90 5-1414
E stefan.wanner@wktirol.at