31.07.2025    3 Bilder

Regional vergeben, die Region beleben!

Die Wirtschaftskammer unterstützt Tirols Gemeinden mit dem Vergabehandbuch dabei, das Potenzial von lokalen Unternehmen bestmöglich zu nutzen.
© WK Tirol / Bastian Fettinger (Abdruck honorarfrei)

Machen sich gemeisam für mehr regionale Vergaben stark: Gemeindeverbands-Präsident Karl-Josef Schubert und WK-Präsidentin Barbara Thaler.

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Ein öffentlicher Auftrag ist weit mehr als ein Verwaltungsakt, er ist ein wirtschaftspolitisches Signal. Gerade in Tirol, wo die Wirtschaft kleinteilig, regional verwurzelt und großteils mittelständisch geprägt ist, entscheidet die Vergabepraxis darüber, ob regionale Wertschöpfung gelingt. Mit der Neuauflage des Handbuchs für Regionalvergabe stellt die Wirtschaftskammer Tirol ein praxisnahes Werkzeug zur Verfügung, das Kommunen bei fairer, rechtssicherer und wirtschaftsfreundlicher Vergabe konkret unterstützt.

„Unsere Betriebe leisten tagtäglich einen wesentlichen Beitrag für Beschäftigung, Lehrstellen und regionale Entwicklung“, betont WK-Präsidentin Barbara Thaler und unterstreicht: „Regionalvergabe ist kein Nice-to-have – sie ist Pflicht, wenn wir unseren Standort ernst nehmen und stärken wollen.“

Bürokratischer Aufwand hat deutlich zugenommen
Ob Bauleistungen, Lieferungen oder Dienstleistungen – viele Tiroler Unternehmen sind bereit, sich an öffentlichen Projekten zu beteiligen. Doch allzu oft stehen dem bürokratische Hürden, komplexe Verfahren oder zentralisierte Ausschreibungen entgegen. In den vergangen 10 Jahren hat der bürokratische Aufwand nochmals deutlich zugenommen. Das hat zur Folge, dass besonders kleinere und mittlere Betriebe bei Ausschreibungsverfahren vielfach auf der Strecke bleiben. „Das aktualisierte Vergabehandbuch zeigt auf, wie Gemeinden mit Losvergabe, dem Bestbieterprinzip oder dem Verhandlungsverfahren mit vorheriger Bekanntmachung diese Hürden abbauen können – verständlich, rechtssicher und mit klarem Fokus auf die wirtschaftliche Wirkung vor Ort“, so Thaler.

Gemeinden als Schlüsselakteure
Tirols Gemeinden sind nicht nur Verwaltungseinheiten, sondern zentrale öffentliche Auftraggeber. Sie kennen die Betriebe in der Region und wollen vielfach bewusst lokal beauftragen – doch es fehlt oft an den nötigen Ressourcen. Das Vergabehandbuch richtet sich deshalb nicht an Jurist:innen, sondern an Praktiker:innen in den Gemeinden: Bürgermeister:innen, Amtsleitungen und Mitarbeiter:innen, die Verantwortung tragen, aber keine eigene Rechtsabteilung zur Verfügung haben.

Dazu stellt der Präsident des Tiroler Gemeindeverbandes, Karl-Josef Schubert, fest: „Unsere Gemeinden wollen bewusst regional vergeben. Das stärkt die lokale Wirtschaft und sichert Arbeitsplätze vor Ort. Mit dem neuen Vergabehandbuch erhalten wir dafür ein praxisnahes Werkzeug. Zusätzlich beschäftigen wir auf Ebene des Gemeindeverbandes seit Anfang des Jahres eine spezialisierte Juristin, die den Gemeinden bei Vergabeverfahren mit Rat und Tat zur Seite steht.“

Aus der Praxis für die Praxis – Was ist neu?
Neben den rechtlichen Grundlagen bietet das Handbuch eine Vielzahl an neuen Praxisbeispielen: Von der thermischen Sanierung eines Amtsgebäudes über die nachhaltige Errichtung eines Gemeindezentrums in Holzbauweise bis zur Gründung von Energiegemeinschaften. Auch Empfehlungen zu Zuschlagskriterien, FAQs, Vorlagen und digitale Tools machen das Handbuch zu einem umfassenden Unterstützungsangebot. Durch die begleitenden Online-Services und Schulungsangebote der Wirtschaftskammer wird das Handbuch zur praktischen Entscheidungshilfe.

WK-Forderung umgesetzt, Schwellenwerte erhöht
Ein erfreuliches Zeichen wurde diesbezüglich mit der neuen Schwellenwerteverordnung gesetzt, für die die Wirtschaftskammer lange gekämpft hat: Seit vergangener Woche können öffentliche Aufträge bis zu 143.000 Euro statt wie bisher bis zu 100.000 Euro ohne aufwändige Verfahren direkt vergeben werden. Das spart Zeit, gibt Gemeinden mehr Handlungsspielraum und ermöglicht es, regionale Anbieter rasch und unkompliziert zu beauftragen. „Wir sprechen uns klar dafür aus, diese Regelung über 2026 hinaus ins Dauerrecht zu überführen“, betont WK-Präsidentin Thaler und betont abschließend: „Das Vergaberecht darf kein Verhinderungsrecht sein. Wir brauchen Regeln, die unseren Betrieben helfen, nicht solche, die sie ausschließen!“


Das Vergabehandbuch kann hier heruntergeladen werden.

Hier geht's zum WK-Online-Ratgeber "Vergaberecht".

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Kontakt

Amor David
Tiroler Wirtschaftskammer
Wirtschaftspolitik, Innovation und Nachhaltigkeit
Mag. David Amor
T 05 90 90 5-1504
E david.amor@wktirol.at