03.02.2026    5 Bilder

Studie belegt: Filmförderung rechnet sich für Tirol

Erste umfassende Analyse zeigt: Filmförderung wirkt wirtschaftlich für Tirol und sichert Wertschöpfung sowie Arbeitsplätze im Land.
© WK Tirol/ Die Fotografen

Präsentierten die Filmstudie: Patricio Hetfleisch, Tirol Werbung, Michael Paul, Studienautor, Bernhard Holzhammer, Fachvertretung Film- und Musikwirtschaft Wirtschaftskammer Tirol (v.l.).

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Welche wirtschaftlichen Wirkungen erzielt die Filmförderung in Tirol? Wie viel Wertschöpfung bleibt im Land, wie viele Arbeitsplätze werden dadurch gesichert – und rechnet sich die Förderung insgesamt? Erstmals liefert eine umfassende Studie fundierte Antworten auf diese zentralen Fragen.

Die Studie „Wirtschaftliche Effekte der Filmförderung in Tirol 2021–2024“, erstellt von paul und collegen consulting im Auftrag der Wirtschaftskammer Tirol, analysiert die Auswirkungen der Cine Tirol Filmförderung auf Wertschöpfung, Beschäftigung und Standortentwicklung. Das Ergebnis ist eindeutig: Filmförderung ist ein relevanter Wirtschaftsfaktor für Tirol – mit messbaren Effekten weit über den Kulturbereich hinaus.

Deutliche Wertschöpfungseffekte für Tirol
Im untersuchten Zeitraum 2021 bis 2024 tätigten geförderte Filmproduktionen rund 19,5 Millionen Euro an direkten Ausgaben in Tirol. Daraus entstand eine direkte Bruttowertschöpfung von mehr als 6,5 Millionen Euro. Unter Berücksichtigung indirekter und induzierter Effekte ergibt sich eine gesamte Bruttowertschöpfung von rund 9,6 Millionen Euro.

Besonders deutlich fällt der sogenannte Förderhebel aus: Jeder investierte Förder-Euro generiert mindestens drei Euro Wertschöpfung in Tirol. Auch fiskalisch rechnet sich das Instrument – das ausgelöste Steuer- und Abgabenaufkommen übersteigt die eingesetzten Fördermittel nahezu um das Doppelte. Bernhard Holzhammer, Obmann der Fachvertretung Film- und Musikwirtschaft in der Wirtschaftskammer Tirol, unterstreicht die Bedeutung dieser Ergebnisse: „Die Studie zeigt klar, dass Filmförderung kein Zuschuss ohne Wirkung ist, sondern eine Investition in den Wirtschaftsstandort Tirol. Sie stärkt regionale Betriebe, schafft Einkommen und löst Wertschöpfung in vielen Branchen aus.“

Filmförderung sichert Arbeitsplätze
Auch die Beschäftigungseffekte sind erheblich. Laut Studie werden durch die Filmförderung in Tirol insgesamt 132 Jahresarbeitsplätze gesichert bzw. geschaffen. Neben direkt Beschäftigten in der Filmproduktion profitieren zahlreiche weitere Branchen – von technischen Dienstleister:innen über Transport und Logistik bis hin zu Beherbergung und Gastronomie.

Studienautor Michael Paul ordnet die Ergebnisse ein: „Filmförderung wirkt wie ein wirtschaftlicher Impulsgeber. Sie aktiviert regionale Wertschöpfungsketten und erzeugt Einkommen in vielen Sektoren. Gerade in einem kleineren Markt wie Tirol sind diese Multiplikatoreffekte volkswirtschaftlich besonders relevant.“

Profiteur von Bundesförderungen – mit Blick auf die Zukunft
Die Studie zeigt zudem, dass Tirol in den Jahren 2023 und 2024 stark von den Bundesförderprogrammen FISAplus und ÖFIplus profitiert hat. Die Zahl der geförderten Produktionen stieg deutlich an. Mit den massiven Kürzungen dieser Förderschienen im Jahr 2025 ist jedoch absehbar, dass sich dies künftig auf die Projektanzahl auswirken wird – spürbar spätestens ab Mitte bzw. Ende 2026, wenn bereits genehmigte Projekte abgeschlossen sind.

Empfehlungen: Wettbewerbsfähigkeit und Standort stärken
Die Studienautor:innen sehen daher klaren Handlungsbedarf. Um künftig größere Anteile der Wertschöpfung im Land zu halten, müsse die Wettbewerbsfähigkeit der Tiroler Filmförderung gestärkt werden. Die derzeitigen maximalen Fördersummen seien im Vergleich zu anderen Bundesländern sowie zu Nachbarn wie Südtirol, Deutschland und osteuropäischen Ländern deutlich niedriger. Das führe dazu, dass große Teile der Wertschöpfung außerhalb Tirols stattfinden.

Zudem empfiehlt die Studie, die Standortbedingungen weiter zu verbessern – insbesondere durch:
• die gezielte Ansiedelung filmnaher Dienstleister:innen und
• den Ausbau der Produktions- und Filminfrastruktur im Land.

Tirol Werbung: Film als Imageträger und Standortfaktor
Neben den ökonomischen Effekten hebt die Studie auch die strategische Bedeutung von Filmproduktionen für die Außenwahrnehmung Tirols hervor. Für die Tirol Werbung ist Film ein zentraler Baustein der Standort- und Markenkommunikation. Patricio Hetfleisch, Marketingleiter der Tirol Werbung, betont: „Die Studie unterstreicht die Bedeutung der Filmförderung für die Filmwirtschaft in Tirol. Sie zeigt auf, welche entscheidende Rolle die Cine Tirol dabei einnimmt, die unterschiedlichsten Filmproduktionen in unser Land zu lotsen und damit maßgebliche ökonomische Effekte zu realisieren. Gleichzeitig geht der Nutzen weit über finanzielle Aspekte hinaus. Mit ihrer Arbeit stärkt die Cine Tirol den heimischen Filmstandort und trägt zu einem attraktiven und gleichzeitig vielfältigen Bild Tirols – auch als Urlaubsland – bei.“

Potenziale für die Zukunft
Die Studie zeigt neben den Erfolgen auch Entwicklungspotenziale auf. Ein wesentlicher Teil der Vorleistungen wird derzeit noch außerhalb Tirols bezogen, wodurch Wertschöpfungspotenziale verloren gehen. Um künftig stärker zu profitieren, empfehlen die Studienautor unter anderem den weiteren Ausbau der Produktionsinfrastruktur, die Ansiedelung filmnaher Dienstleister sowie eine Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit der regionalen Filmförderung. Mit der erstmals vorliegenden Analyse steht nun eine fundierte Entscheidungsgrundlage für die Weiterentwicklung der Filmförderung und des Filmstandorts Tirol zur Verfügung.

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Kontakt

Schlögl Eva
Tiroler Wirtschaftskammer
Sparte Information und Consulting
Eva Schlögl, LL.B.
T 05 90 90 5-1282
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