07.08.2025   

Teuerung an der Wurzel bekämpfen – Symbolpolitik hilft niemandem

Tiroler Lebensmittelhandel warnt vor staatlichen Preiseingriffen und fordert Maßnahmen an den tatsächlichen Ursachen der Teuerung.

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Der Tiroler Lebensmittelhandel warnt angesichts des jüngsten Vorstoßes von Bundesminister Markus Marterbauer vor politischen Schnellschüssen und staatlichen Eingriffen in die Preisgestaltung von Lebensmitteln. „Wer die Teuerung wirksam bekämpfen will, muss bei den Ursachen ansetzen – nicht bei den Symptomen“, betont Patricia Sepetavc, Gremialobfrau des Tiroler Lebensmittelhandels in der Wirtschaftskammer Tirol.

Hohe Kostenbelastung
Die gesamte Lebensmittel-Wertschöpfungskette – von der Landwirtschaft über Verarbeitung und Logistik bis zum Handel – steht unter massivem Kostendruck. Steigende Ausgaben für Energie, Transport und Personal, höhere Erzeugerpreise sowie internationale Rohstoffknappheit belasten nicht nur den Tiroler Lebensmittelhandel mit rund 1.450 Betrieben und 15.000 Beschäftigten, sondern alle Unternehmen entlang der Wertschöpfungskette.
Hinzu kommen von großen Markenherstellern auferlegte Lieferbeschränkungen, die österreichischen Händlern den Zugang zu günstigeren Einkaufsquellen innerhalb der EU erschweren. Das ist ein klarer Wettbewerbsnachteil für heimische Betriebe und ein Preistreiber für Konsument:innen. Auch hohe Netzentgelte und CO₂-Abgaben verschärfen die Lage. „Wer hier nur an der Oberfläche kratzt, wird keine nachhaltige Entlastung erzielen. Die Probleme entstehen lange bevor ein Produkt im Regal steht – und genau dort muss man ansetzen“, so Patricia Sepetavc.

Regionale Strukturen in Tirol schützen
Für Tirol mit seiner kleinteiligen Landwirtschaft, dem mittelständischen Gewerbe und zahlreichen regionalen Versorgungsbetrieben sind bundesweite Pauschallösungen besonders problematisch, betont Ausschussmitglied David Mölk: „Entscheidungen, die ohne Berücksichtigung dieser regionalen Strukturen getroffen werden, können nicht nur ihr Ziel verfehlen, sondern auch Schaden anrichten.“
„Planungssicherheit für alle Unternehmen entlang der Wertschöpfungskette ist entscheidend“, fordert David Mölk. „Statt sich in Symbolmaßnahmen zu verlieren, muss die Politik endlich die strukturellen Ursachen der Preissteigerungen angehen. Gefragt sind echte Reformen statt bloßer Ankündigungen.“


Kontakt

Franzoi Simon
Tiroler Wirtschaftskammer
Landesgremium des Tiroler Lebensmittelhandels
Mag. Simon Franzoi
T 05 90 90 5-1295
E simon.franzoi@wktirol.at