16.06.2026    8 Bilder

TINIP 2026: Tirols Nachwuchsingenieur:innen entwickeln Lösungen für die Zukunft

© WK Tirol/ Marcus Krapf

TINIP 2026 - der Tiroler Nachwuchs-Ingenieurpreis. Die TINIP-Sieger gemeinsam mit allen Kategorie-Gewinner:innen bei der Gala.

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Vom Großraum-3D-Drucker über den digitalen Bienenstock bis zum innovativen Fahrradrahmen: Der Tiroler Nachwuchs Ingenieurpreis (TINIP) 2026 zeigt eindrucksvoll, welches Potenzial in Tirols technischer Jugend steckt. Die Fachgruppe Ingenieurbüros der Wirtschaftskammer Tirol, die Bildungsdirektion Tirol und die Kammer der Ziviltechniker:innen für Tirol und Vorarlberg zeichnen damit bereits zum 17. Mal herausragende Diplom- und Abschlussarbeiten aus Tirols HTL und vergleichbaren technischen Bildungseinrichtungen aus.

Wer wissen möchte, wie die Welt von morgen aussehen könnte, muss nicht in internationale Forschungslabore blicken – ein Besuch an Tirols technischen Schulen genügt. Die diesjährigen Siegerprojekte des Tiroler Nachwuchs Ingenieurpreises, kurz TINIP, zeigen, wie engagiert junge Menschen aktuelle Herausforderungen aufgreifen und mit technischem Know-how, Kreativität und großem persönlichen Einsatz innovative Lösungen entwickeln.

„Der TINIP macht sichtbar, welche beeindruckenden Leistungen an Tirols Schulen entstehen. Die Schülerinnen und Schüler beweisen mit ihren Projekten nicht nur technisches Können, sondern auch unternehmerisches Denken, Problemlösungskompetenz und Innovationsgeist. Genau diese Fähigkeiten braucht unser Wirtschaftsstandort, um auch künftig erfolgreich zu sein“, betont Martin Nothdurfter, Obmann der Fachgruppe Ingenieurbüros in der Wirtschaftskammer Tirol.

Auch WK-Vizepräsident Anton Rieder zeigt sich von der Qualität der Einreichungen beeindruckt: „Die ausgezeichneten Projekte zeigen eindrucksvoll, welches Potenzial in unseren jungen Talenten steckt. Sie entwickeln Lösungen für reale Herausforderungen und gestalten damit aktiv die Zukunft unseres Landes mit. Diese Innovationskraft macht Mut und stärkt Tirol als Wirtschafts- und Technologiestandort.“

„Wer heute die Siegerprojekte des TINIP sieht, erkennt sofort: Die Ingenieurinnen und Ingenieure von morgen sitzen bereits in Tirols Klassenzimmern. Die jungen Talente denken vernetzt, nachhaltig und praxisorientiert – Eigenschaften, die unsere Branche dringend braucht. Der TINIP macht dieses Potenzial sichtbar und zeigt eindrucksvoll, wie viel Innovationskraft in Tirols technischem Nachwuchs steckt“, sagt Georg Kofler, Vorsitzender Sektion Zivilingenieur:innen der Kammer der Ziviltechniker:innen für Tirol und Vorarlberg.

Bildungslandesrätin Cornelia Hagele unterstreicht die Bedeutung technischer Ausbildung: „Die Projekte verdeutlichen, wie praxisnah und zukunftsorientiert an Tirols technischen Schulen gearbeitet wird. Unsere Schülerinnen und Schüler erwerben Kompetenzen, die weit über den Unterricht hinausgehen und schaffen Innovationen mit gesellschaftlichem und wirtschaftlichem Mehrwert.“

TINIP-Sieg 2026 geht nach Imst
Den Gesamtsieg des Tiroler Nachwuchs Ingenieurpreises 2026 holten sich Adrian Müller und Vincenz Sonderegger von der HTL Imst mit ihrem Projekt „Rennrad – Fahrradrahmen aus Verbundwerkstoffen“.

Die beiden Nachwuchsingenieure entwickelten einen neuartigen Fahrradrahmen, der die Vorteile von Carbon mit den Gestaltungsmöglichkeiten und nachhaltigen Eigenschaften von Holz verbindet. Während klassische Carbonrahmen in der Herstellung hohe Kosten verursachen und bestehende Holzfahrräder oft nicht die gewünschten technischen Eigenschaften erreichen, kombiniert das Projekt beide Werkstoffe auf innovative Weise. Das Holz stabilisiert die Struktur und ermöglicht es, den Carbonanteil gezielt auf die tatsächlich belasteten Bereiche zu reduzieren.

Die Jury zeigte sich insbesondere von der außergewöhnlichen technischen Tiefe, den selbst entwickelten Fertigungsmethoden und der hohen Detailgenauigkeit beeindruckt. Das Projekt vereint innovative Materialtechnologie, herausragendes Design und echtes Ingenieurdenken auf höchstem Niveau.

Die Kategoriesieger 2026

Maschinenbau und Mechatronik
Mit „Deltra – Bau eines Großraum-3D-Druckers“ entwickelten Nico Zehetner und Dominik Fiegl (HTL Anichstraße Innsbruck) einen 3D-Drucker mit neunfach größerem Bauraum und vierfach höherer Materialflussrate. Dadurch lassen sich große Bauteile in einem Bruchteil der bisherigen Zeit herstellen – von Gehäusen für Elektronik bis hin zu medizinischen Exoskeletten. Besonders nachhaltig: Der Drucker bleibt an der Schule und steht künftig weiteren Schülerinnen und Schülern für ihre Projekte zur Verfügung.

Elektrotechnik und Elektronik
Mit „Bee Tronic“ digitalisierten Lucas Eisele, Felix Steiner, Fabian Trunsperger und Leon Wolf (HTL Reutte) den klassischen Bienenstock. Mithilfe moderner IoT-Technologie entsteht ein digitaler Zwilling des Bienenvolkes, der kritische Ereignisse wie Nahrungsknappheit oder Schwarmabgänge automatisch erkennt. Das kostengünstige und offene System erleichtert Imkerinnen und Imkern die Arbeit und trägt gleichzeitig zum Schutz der Bienenvölker bei.

Chemie
Sarah Stöger und Susanne Gratz (HTL Kramsach) beschäftigten sich mit der Analyse von Katalysatorrückständen in synthetischen Diamanten. In Zusammenarbeit mit dem Tiroler Schleifmittelhersteller Tyrolit untersuchten sie die Verunreinigungen in industriell hergestellten Diamanten mittels modernster Analyseverfahren. Die Ergebnisse liefern wertvolle Erkenntnisse für die Qualitätssicherung in Hochleistungsanwendungen.

Infrastruktur
Die Neuplanung der Koblerbach-Brücke nahe Pfunds stand im Mittelpunkt der Arbeit von Patrick Schatz, Leon Huber und Matheo Mutschlechner (HTL Imst). Die Schüler analysierten den Zustand des bestehenden Bauwerks und untersuchten, ob eine Sanierung oder ein Neubau die technisch und wirtschaftlich sinnvollere Lösung darstellt. Das Projekt greift damit eine reale Infrastrukturfrage mit hoher regionaler Bedeutung auf.

Bautechnik
Mit „Flexcity“ entwickelten Jakob Nigsch und Nicolai Ruetz (HTL Imst) ein flexibles Wohnsystem für die Anforderungen moderner Lebenswelten. Herzstück ist ein transportfähiges Wohnmodul in innovativer trapezförmiger Bauweise, das sich unterschiedlich kombinieren, erweitern und rückbauen lässt. Das Konzept schafft anpassbaren Wohnraum und liefert neue Ansätze für leistbares Wohnen.

Sonderpreis für interdisziplinäre Innovation
Der Sonderpreis ging an Tobias Regensburger und Lukas Plattner (HTL Imst) für ihr Projekt „Holsense – Sinne, Motorik und Lernprozesse vernetzen“. Das entwickelte Lernsystem verbindet spielerisch sensorische Wahrnehmung, Feinmotorik und kognitive Fähigkeiten. Besonders bemerkenswert ist die Verbindung von Pädagogik, Produktdesign, Konstruktion und Fertigungstechnologie. Die entwickelten Steck- und Gelenksysteme eröffnen darüber hinaus Potenziale weit über den Bildungsbereich hinaus – etwa für den Möbel- oder Messebau.

Technische Bildung als Schlüssel für Tirols Zukunft
Für die Jury spiegeln die eingereichten Arbeiten eindrucksvoll wider, wie breit das technische Spektrum an Tirols Schulen mittlerweile geworden ist – von Digitalisierung und Nachhaltigkeit über Infrastruktur bis hin zu Hightech-Materialforschung.

„Die Projekte zeigen, dass Tirols Nachwuchs nicht nur technisches Wissen erwirbt, sondern dieses Wissen auch erfolgreich in innovative Lösungen umsetzt. Viele der vorgestellten Ideen haben das Potenzial, weit über den schulischen Kontext hinaus Wirkung zu entfalten“, betont Juryvorsitzender Erich Kurz von der Fachgruppe der Ingenieurbüros in der WK Tirol.

Auch Spartenobfrau Information und Consulting, Sybille Regensberger, zeigt sich von den Einreichungen begeistert: „Es ist unglaublich, mit wie viel Herzblut, Kreativität und Ausdauer die Schülerinnen und Schüler ihre Projekte entwickeln. Hinter jeder Einreichung stehen oft monatelange Arbeit, technisches Können und die Bereitschaft, neue Wege zu gehen. Deshalb gilt für mich: Wer beim TINIP einreicht, hat bereits gewonnen. Denn jede Idee, die hier präsentiert wird, ist ein wertvoller Beitrag für die Zukunft unseres Standorts.“ Um dieses Engagement sichtbar zu machen, werden die Siegerprojekte jeder Kategorie mit 1.000 Euro prämiert. Der Gesamtsieg beim TINIP wird zusätzlich mit weiteren 1.000 Euro ausgezeichnet.

Die Fachgruppe Ingenieurbüros der Wirtschaftskammer Tirol, die Bildungsdirektion Tirol und die Kammer der Ziviltechniker:innen Tirol und Vorarlberg sehen den TINIP daher nicht nur als Auszeichnung, sondern auch als wichtige Plattform, um junge Talente sichtbar zu machen und die Verbindung zwischen Bildung, Forschung und Wirtschaft weiter zu stärken.

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Kontakt

Schultz Sabine
Tiroler Wirtschaftskammer
Fachgruppe Ingenieurbüros
Mag. Sabine Schultz
T 05 90 90 5-1268
E sabine.schultz@wktirol.at