17.09.2026    1 Bild

Tirols Bäder ziehen positive Sommerbilanz: deutlich mehr Badegäste

Freibäder profitieren vom außergewöhnlich guten Sommer. Steigende Kosten und hoher Investitionsbedarf bleiben zentrale Herausforderungen für die Branche.
© WK Tirol / Friedl

(v.l.): Ulrich Mayerhofer, WK-Berufsgruppensprecher-Stv. Tiroler Bäder und Michael Kirchmair, WK-Berufsgruppensprecher Tiroler Bäder

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Sonne, hohe Temperaturen und beständiges Badewetter bescherten den Tiroler Bädern eine insgesamt positive Sommersaison 2026. Eine Mitgliederbefragung der WK-Berufsgruppe Tiroler Bäder zeigt: Bei einer deutlichen Mehrheit der teilnehmenden Betriebe lagen die Besucherzahlen über dem Vorjahr.

„Für unsere Freibäder hätte das Wetter in diesem Sommer kaum besser sein können. Über lange Phasen herrschten ideale Bedingungen und entsprechend groß war der Andrang. Die Rückmeldungen reichen von einer sehr guten Saison bis hin zum besten Sommer seit vielen Jahren“, zieht Michael Kirchmair, Berufsgruppensprecher der Tiroler Bäder in der Wirtschaftskammer Tirol, Bilanz.

Schönwetter bringt Gewinner und Verlierer
Nicht alle Betriebe profitierten gleichermaßen. Vor allem Hallenbäder spürten, dass es die Menschen bei hohen Temperaturen ins Freie zog. „Was für ein Freibad perfektes Wetter ist, kann für ein Hallenbad genau das Gegenteil bedeuten. In diesem Sommer war es an vielen Tagen schlicht zu schön für die Halle“, erklärt Ulrich Mayerhofer, stellvertretender Berufsgruppensprecher der Tiroler Bäder. „Das zeigt, wie unterschiedlich die Voraussetzungen innerhalb unserer Branche sind. Hallenbäder erfüllen dafür ganzjährig wichtige Aufgaben und werden insbesondere für Schulen, Vereine und den Schwimmunterricht dringend benötigt.“

Gute Besucherzahlen treffen auf steigende Kosten
Die Umsätze entwickelten sich insgesamt leicht positiv. Gleichzeitig berichten Betreiber von mehr Zurückhaltung bei Gastronomie und Nebenkonsumationen. Personal, Energie, Instandhaltung und laufender Betrieb werden zudem teurer.

„Das Familienbudget wird nicht größer, nur weil drei Monate lang die Sonne scheint. Die Menschen kommen ins Bad, schauen aber gleichzeitig stärker darauf, wofür sie ihr Geld ausgeben. Die Jause von zu Hause feiert da und dort ihr Comeback“, beschreibt Kirchmair die Entwicklung.

Bäderförderung bleibt unverzichtbar
Aus Sicht der WK-Berufsgruppe unterstreicht die Saisonbilanz die Bedeutung der Tiroler Bäderförderung. Trotz guter Besucherzahlen können viele öffentliche Bäder ihre laufenden Kosten nicht aus den eigenen Einnahmen decken. Die Gemeinden stehen vor der Herausforderung, steigende Betriebs-, Personal- und Energiekosten zu finanzieren und gleichzeitig sozial verträgliche Eintrittspreise anzubieten.

„Die Bäderförderung ist für die Tiroler Bäderlandschaft ein zentrales Instrument. Sie hilft den Betreibern, notwendige Investitionen zu stemmen und den laufenden Betrieb abzusichern. Gleichzeitig trägt sie dazu bei, dass die Gemeinden die Eintrittspreise auf einem für die Bevölkerung verträglichen Niveau halten können“, erklärt Kirchmair.

Besonders die bevorstehende Wintersaison werde für Hallenbäder erneut herausfordernd. Energie zählt neben Personal und Instandhaltung zu den größten laufenden Kostenblöcken. Unsicherheiten auf den Energiemärkten erschweren zusätzlich die Planung.

„Ein Freibad kann einen hervorragenden Sommer haben und trotzdem vor großen Investitionen stehen. Ein Hallenbad wiederum muss unabhängig von Wetter und Besucherfrequenz beheizt, gewartet und personell besetzt werden. Deshalb brauchen wir eine langfristige Perspektive und Planungssicherheit für die Finanzierung der Tiroler Bäder“, betont Michael Kirchmair.

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Sandra Walk
Fachgruppe Bäder
T 05 90 905 1403
E sandra.walk@wktirol.at