21.07.2026
Deutliches Plus im ersten Halbjahr 2026 unterstreicht die hohe Attraktivität der Selbstständigkeit in Tirol.
Die Gründungsdynamik in Tirol ist ungebrochen: Im ersten Halbjahr 2026 wurden in Tirol 1.930 Unternehmen neu gegründet (ohne Personenbetreuung). Das entspricht einem Plus von 13,7 Prozent gegenüber dem Vergleichszeitraum 2025 und liegt damit deutlich über dem österreichweiten Durchschnitt von 4,5 Prozent. Mit 8,9 Prozent aller österreichischen Neugründungen zeigt sich Tirol weiterhin als attraktiver Standort für Unternehmensgründungen.
„Dass Tirol bei den Neugründungen weit über dem Österreichschnitt liegt, ist ein starkes Signal. Immer mehr Menschen entscheiden sich bewusst für den Schritt in die Selbstständigkeit und übernehmen Verantwortung. Jede Gründung bringt neue Ideen, schafft Wertschöpfung und stärkt unseren Wirtschaftsstandort nachhaltig“, betont Barbara Thaler, Präsidentin der Wirtschaftskammer Tirol.
Österreichweit wurden im ersten Halbjahr 21.718 Unternehmen gegründet. Die meisten Neugründungen entfielen auf die Sparten Gewerbe und Handwerk (37,8 Prozent), Information und Consulting (23,4 Prozent) sowie Handel (22,9 Prozent). Die häufigste Rechtsform bleibt das Einzelunternehmen mit einem Anteil von 82,6 Prozent. Die gründungsstärkste Altersgruppe sind die 30- bis 40-Jährigen, das durchschnittliche Gründungsalter liegt bei 36,6 Jahren.
Selbstständigkeit als bewusste Entscheidung Die Entscheidung für die Selbstständigkeit erfolgt vor allem aus persönlicher Überzeugung. Für 68,3 Prozent der Gründer:innen stand der Wunsch im Vordergrund, die eigene Chefin beziehungsweise der eigene Chef zu sein. Jeweils 65,9 Prozent nannten die Selbstständigkeit als neue berufliche Perspektive sowie den Wunsch nach einer flexibleren Zeit- und Lebensgestaltung.
„Die Ergebnisse zeigen klar: Unternehmertum ist für viele Menschen eine bewusste Lebensentscheidung. Gerade junge und engagierte Gründerinnen und Gründer wollen ihre Ideen verwirklichen, Verantwortung übernehmen und ihre Zukunft selbst gestalten. Diesen Mut müssen wir unterstützen und dürfen ihn nicht durch unnötige Bürokratie ausbremsen“, sagt Stefan Monitzer, Landesvorsitzender der Jungen Wirtschaft Tirol.
Rahmenbedingungen weiter verbessern Trotz der positiven Entwicklung bleiben bürokratische Hürden eine große Herausforderung. Viele Gründer:innen wünschen sich einfachere Verfahren, schnellere Behördenwege und bessere Finanzierungsmöglichkeiten. „Die Zahlen zeigen: Der Unternehmergeist in Tirol lebt. Wir brauchen aber Rahmenbedingungen, die dazu passen. Wer den Mut hat zu gründen, braucht einen Staat, der beschleunigt statt bremst. Deshalb müssen Gründungen einfacher, digitaler und unbürokratischer werden“, unterstreicht Barbara Thaler.
Auch Stefan Monitzer fordert weitere Verbesserungen: „Wer ein Unternehmen gründet, braucht Zeit für Kundinnen und Kunden, für Innovationen und den Unternehmensaufbau – nicht für übermäßige Bürokratie. Ein digitaler One-Stop-Shop für Gründungen, bessere Finanzierungsmöglichkeiten und soziale Absicherung würden den Schritt in die Selbstständigkeit noch attraktiver machen.“
Gründerservice begleitet auf dem Weg in die Selbstständigkeit Die Wirtschaftskammer Tirol unterstützt angehende Unternehmer:innen umfassend beim Start in die Selbstständigkeit. Im ersten Halbjahr 2026 wurden 4.137 Gründungsberatungen durchgeführt. Zusätzlich nahmen rund 850 Personen an Workshops und Informationsveranstaltungen teil.
Ein besonderer Schwerpunkt ist auch heuer wieder die Tiroler Gründungswoche von 28. September bis 2. Oktober 2026, bei der Interessierte umfassende Informationen, Beratung und praktische Tipps rund um die Unternehmensgründung erhalten.
Weitere Informationen: www.gruendungswoche.tirol