© Thomas Schrott
Barbara Thaler, Präsidentin der Wirtschaftskammer Tirol.
Die WK Tirol setzt den nächsten Reformschritt. Am WIFI-Gelände in Innsbruck entsteht eines der größten Bildungs- und Fachkräfteprojekte Westösterreichs. Finanziert wird das Zukunftsprojekt durch den Verkauf einer Liegenschaft, der ehemaligen Zollfreizone in Hall.
„Mit dieser Zukunftsinvestition schlagen wir ein neues Kapitel in der Berufs- und Fachkräfteausbildung auf und setzen gleichzeitig einen weiteren Schritt im Reformprozess der Wirtschaftskammer Tirol“, betont WK-Präsidentin Barbara Thaler.
„Alles hinterfragen, so lautet der Auftrag unserer laufenden Reform der Wirtschaftskammern“, sagt Präsidentin Thaler. „Wir konzentrieren uns auf unsere Kernaufgaben und investieren dort, wo wir den größten Mehrwert für unsere Mitgliedsbetriebe schaffen – in Bildung und Fachkräfte.“ Deshalb hat die Wirtschaftskammer Tirol beschlossen, die Liegenschaft der ehemaligen Zollfreizone in Hall zu verkaufen.
Im Zentrum stehen die Erweiterung des WIFI Tirol sowie der Aufbau eines gemeinsamen Bildungscampus mit der Landesinnung Bau. Geplant sind moderne Werkstätten, Lehr- und Seminarräume sowie flexibel nutzbare Ausbildungsflächen für unterschiedliche Branchen und Qualifikationen.
Gemeinsamer Bildungscampus mit Haus der Tiroler Bauwirtschaft„Die Anforderungen an Ausbildung und Qualifikation verändern sich rasant. Deshalb brauchen wir moderne Infrastruktur und neue Möglichkeiten für berufliche Weiterbildung und Spezialisierung“, ergänzt WK-Vizepräsident Markus Dax, im Präsidium der Wirtschaftskammer Tirol für den Bereich Bildung verantwortlich.
Mit dem gemeinsamen Bildungscampus entsteht das Haus der Tiroler Bauwirtschaft – ein Ort, an dem Ausbildung, Weiterbildung, Innovation und Zusammenarbeit unter einem Dach stattfinden. „Damit schaffen wir neue Impulse für die gesamte Bauwirtschaft in Westösterreich“, so WK-Vizepräsident Anton Rieder.
Das Erweiterte Präsidium der Wirtschaftskammer Tirol hat das Projekt im Mai mit einem einstimmigen Beschluss auf den Weg gebracht. Der Entscheidung ging ein umfassender Abstimmungsprozess voraus, in den alle Fachgruppen und wahlwerbenden Gruppen des Erweiterten Präsidiums eingebunden waren.
Liegenschaft hat eine lange GeschichteEnde der 1940er-Jahre erwarb die Wirtschaftskammer Tirol in Hall rund 60.000 Quadratmeter Grund und errichtete dort eine Zollfreizone. Diese war über Jahrzehnte ein wichtiges Tor zu internationalen Märkten, das mit dem EU-Beitritt Österreichs 1995 und durch tiefgreifende Veränderungen im internationalen Handel aber zunehmend an Bedeutung verlor. Mit dem Käufer Gebrüder Weiss wurde ein Kaufpreis von rund 50 Mio. Euro vereinbart.
Gleichzeitig wird mit dem Verkauf der Liegenschaft der Standort Hall als wichtiger Logistik- und Verladepunkt abgesichert. Gebrüder Weiss plant, diese Fläche im Sinne des Standorts Tirol weiterzuentwickeln.
Strategische Zukunftsinvestition für den Standort TirolDie Wirtschaftskammer Tirol sieht in beiden Projekten eine strategische Investition in die Zukunft des Standorts Tirol: moderne Infrastruktur für Logistik und Verkehr einerseits sowie massive Investitionen in Bildung und Fachkräfte andererseits.
„Mit dieser Entscheidung investieren wir gezielt in Bildung, Fachkräfte, Logistik und Wettbewerbsfähigkeit. Das ist eine strategische Zukunftsinvestition für den Standort Tirol“, so Thaler abschließend.